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Zuzahlungsbeleg vom Arzt: Unbedingt aufheben
Befreiungsnachweis für chronisch Kranke: Einmal beantragen reicht

Chronisch Kranke müssen nicht mehr jedes Jahr aufs Neue ihre dauerhafte Erkrankung nachweisen, um die reduzierten Zuzahlungen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Diesen Vorschlag der Krankenkassen hat das Bundesgesundheitsministerium jetzt offiziell akzeptiert.

"Damit sind insbesondere Pflegebedürftige von der alljährlichen Einreichung ihrer Nachweise über das fortbestehen ihrer chronischen Erkrankung entlastet", freut sich Bernd Tews, Geschäftsführer des
Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). "Wir begrüßen diese Klarstellung ebenso wie die unbürokratische Möglichkeit, sich durch eine Pauschalzahlung an die
Kassen bereits im Januar von weiteren Zuzahlungen und dem Sammeln von Belegen befreien lassen zu können."

Durch das GKV-Modernisierungsgesetz sind zum 1. Januar 2004 für viele Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung Zuzahlungen eingeführt worden. Versicherte müssen maximal 2 % des jährlichen Bruttohaushaltseinkommens an Zuzahlungen leisten. Wird dieser Betrag nachweislich überschritten, wird der Patient von den Zuzahlungen für den Rest des Jahres befreit. Bei chronisch Kranken gilt eine Zuzahlungsbegrenzung von 1 %.

Durch die jetzt getroffene Regelung müssen chronisch Kranke nur noch einmal - und nicht einmal jährlich - ihre Erkrankung nachweisen, um die reduzierten Zuzahlungsregelungen beanspruchen zu können. "Für viele dieser Patienten, die oft schwer pflegebedürftig sind, wäre es eine Zumutung gewesen, jedes Jahr aufs Neue ihre unveränderte gesundheitliche Not belegen zu müssen", so Tews.

Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, hat den Krankenkassen in einem Brief mitgeteilt, dass gegen diese pragmatische Verfahrensweise "keine durchgreifenden Bedenken"
bestehen. Voraussetzung sei, dass es keine Anzeichen für einen Wegfall der chronischen Erkrankung gebe. 

Für die betroffenen Patienten bringt der Wegfall des bürokratischen Aufwandes einige Erleichterung. Die große Zufriedenheit mag sich dennoch nicht einstellen. Beschwert sich Tews, "dass
insbesondere die Zuzahlungen für chronisch Kranke und
Sozialhilfeempfänger bei den Krankenkassen mehr Kosten verursachen
als sie hierdurch einnehmen. Daher sollte wie vor dem ersten Januar
2004 auf diese Zuzahlungen gänzlich verzichtet werden."

WANC 05/06.01.05
Chronisch Kranke: Neue Bestimmungen

Chronisch Kranke: Zuzahlungsbelege sammeln

Gesundheits- reform: Gemischte Bilanz

 
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