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Teller mit Medikamenten
Rabattverträge für Medikamente: Viele Daten für Apothekencomputer (Foto: ABDA)
Rabattverträge: Datenflut in Apotheken

Seit April dieses Jahres dürfen Apotheker in bestimmten Fällen nur noch die Medikamente abgeben, für die die jeweilige Krankenkasse Rabattverträge abgeschlossen hat. Der Aktualisierungsbedarf führt zu einer Datenflut in Apotheken.

Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mussten in den letzten Wochen 1.359.503 Datensätze zusätzlich in die Apotheken-EDV eingespielt werden. Konsequenz der Rabattverträge, die die Krankenkassen mit Arzneimittelherstellern aushandeln können.

193 der insgesamt 242 Krankenkassen haben  inzwischen  Rabattverträge für jeweils 300 bis 4.600 Arzneimittel abgeschlossen. Auf Herstellerebene schwankt die Anzahl pro Vertrag zwischen 1 Präparat und 2.574 Präparaten. Insgesamt betreffen die Verträge 12.123 Arzneimittel.

Bevor der Patient für sein Rezept das benötigte Arzneimittel bekommt, muss der Apotheker zunächst prüfen, mit welchem Hersteller und über welches Arzneimittel seine Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Solche "Rabatt-Arzneimittel" muss der Apotheker seit dem 01.04.2007 bevorzugt abgeben. Ist eben dieses Medikament nicht vorrätig, muss es beschafft werden - auch wenn die Apotheke mehrere andere gleichwertige Produkte in ihren Regalen und Schubfächern hat.

Ist das Rabatt-Arzneimittel nicht lieferfähig, muss der Apotheker eines der drei preisgünstigsten wirkstoffgleichen Medikamente mit derselben Dosierung und Packungsgröße sowie derselben oder einer austauschbaren Darreichungsform abgeben - und zwar selbst dann, wenn das Medikament, mit dem der Patient vertraut ist, nur wenige Cent mehr kostet.

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