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Die Qualität der stationären Pflege wird von vielen als schlecht bezeichnet (Foto: TK)
Pflege: Schlechtes Zeugnis

Stationäre Pflege bekommt im Urteil der Patienten keine gute Noten. Die Qualität der stationären Pflege wird vor allem im Westen Deutschlands als schlecht bezeichnet. Schlechter als in Westdeutschland wird die Qualität der stationären Pflege nur in den osteuropäischen Ländern sowie in Griechenland und Italien bewertet.

Nur 32% der Westdeutschen - und damit deutlich weniger als der EU-Durchschnitt von 43% - bezeichnen den Zugang zu ambulanter Pflege als schwierig. Dagegen bewerten  47 %  der Ostdeutschen die Versorgung als besonders schlecht.

Unabhängig von den Zugangsmöglichkeiten werden in Deutschland stationäre und ambulante Pflegedienste zudem häufiger für unerschwinglich gehalten als im EU-Durchschnitt: 55% der Deutschen betrachten ambulante Dienste als zu teuer. Noch dramatischer fällt hierzulande das Urteil über Pflegeheime aus: Rund 75% der Deutschen halten die stationären Dienste für nicht erschwinglich.

Obwohl die ambulanten Pflegedienste in Deutschland zwar häufig als nicht erschwinglich angesehen werden, wird jedoch weitaus seltener an deren Qualität gezweifelt: 71% der West- und 76% der Ostdeutschen halten die Qualität der ambulanten Pflege für 'ziemlich gut' bis 'sehr gut', während der EU-Durchschnitt bei 65% liegt.

Ganz anders fällt der Befund für stationäre Pflegedienste aus. 35% der Ostdeutschen und sogar 42% der Westdeutschen beurteilen die Qualität der stationären Pflege als 'ziemlich schlecht' oder 'sehr schlecht'. Schlechter als in Westdeutschland wird die Qualität der stationären Pflege damit nur in den osteuropäischen Ländern sowie in Griechenland und Italien bewertet.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Skepsis der Deutschen mit tatsächlichen Mängeln in der stationären Pflege in Zusammenhang steht. In der politischen Diskussion steht die Qualitätssicherung ambulanter Pflegedienste gegenwärtig im Mittelpunkt, während aus Sicht der Bevölkerung aber vor allem in der stationären Pflege Handlungsbedarf besteht. Zu diesen Ergebnissen kommt Dr. Jörg Dittmann vom Zentrum für Sozialindikatorenforschung von GESIS-ZUMA in Mannheim.

Zum europäischen Vergleich: In den osteuropäischen Mitgliedsstaaten ist der Zugang zu Pflegediensten nach Aussagen der Befragten wesentlich schwieriger als in den übrigen EU-Ländern. Rund drei Viertel der Bulgaren, Tschechen, Slowaken und Ungarn klagen über ziemlich oder sehr schwierige Zugangsmöglichkeiten zu ambulanter Pflege. In den skandinavischen Ländern und den Benelux-Staaten hingegen, wo ambulante Pflegedienste besonders stark bevorzugt werden, wird der Zugang zu ambulanter Pflege wesentlich besser beurteilt.

WANC 11.08.08/ Quelle: GESIS

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