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Foto: DAK/Schläger
Viel Herzpatienten verfügen über einen immer noch zu hohen Cholesterinwert
Herzpatienten: Mangelhaft behandelt

Patienten mit einer Herzerkrankung werden zur Vorbeugung gegen hohe Blutfette behandelt. Denn hohes LDL-Cholesterin ist einer der bedeutenden Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch nur knapp ein Viertel der therapierten Patienten erreicht auch die richtigen Werte.

Mehr als die Hälfte aller Patienten in Deutschland, die bereits eine Herzkrankheit haben und deshalb zur Vorbeugung ("Sekundärprävention") mindestens drei Monate einen Cholesterinsenker vom Typ der Statine genommen haben, erreichen nicht die geltenden LDL-Cholesterin-Zielwerte. Dabei gil überhöhtes LDL als ein wesentlicher Risikofaktor für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlafanfall. Und nur bei 23 Prozent aller untersuchten Patienten sind alle drei Blutfettwerte - LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride - optimal eingestellt.

Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung von 1255 Patienten in Deutschland ("Dislipidemia International Survey - Germany"; DYSIS-G), die im Rahmen einer gesamteuropäischen Studie durchgeführt wurde. Die Auswertung der Daten von Patienten in Sekundärprävention im Vergleich zu den geltenden Behandlungsrichtlinien ergab: 52,7 Prozent erreichen den LDL-Zielwert von weniger als 100 Milligramm/Deziliter nicht, 33,1 Prozent erreichen den Triglycerid-Richtwert von weniger als 150 Milligramm/Deziliter nicht, 30,9 Prozent erreichen nicht den Zielwert des gefäßschützenden HDL von mindestens 40 Milligramm/Deziliter bei Männern und 50 Milligramm/Deziliter bei Frauen, und 36,8 Prozent erreichen nicht die Blutdruck-Zielwerte von weniger als 140/90 Milligramm Quecksilbersäule.

Alle drei Blutfettwerte zusammengenommen, sind in Deutschland 76,5 Prozent der Patienten in Sekundärprävention gemäß Behandlungsrichtlinien nicht optimal eingestellt, berücksichtigt man auch den Blutdruck, werden 83,6 Prozent nicht optimal behandelt, kritisiert das Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen.

WANC 17.10.08/ Quelle: DGK

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