Krankenversicherung
Patientenrecht
Gesundheitspolitik
Rat
 
 


„Rezeptpflichtige Medikamente sind im Internet genauso teuer wie in der Apotheke."
Arzneimittel im Internet: Rezeptpflichtige Medikamente genauso teuer wie in der Apotheke, Ersparnisse nur bei rezeptfreien Arzneien

„Rezeptpflichtige Medikamente sind im Internet genauso teuer wie in der Apotheke. Die Legalisierung der Bestellung von Medikamenten bei Versandapotheken hat daher die gesetzliche Krankenversicherung bislang kaum entlastet.“ so der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Leonhard Hansen.

Verglichen wurden die Preise von mehreren Arzneimitteln in vier Internetapotheken. „Das Ergebnis war eindeutig: Die Händler orientieren sich auf den Cent genau an der Arzneimittelpreisverordnung“, so Hansen weiter. Deutsche Internetapotheken müssten sich an diese Vorgabe halten, ausländische täten dies von sich aus, weil ihre Gewinnspanne sonst zu niedrig wäre.

„Vorteile kann der Patient nur bei rezeptfreien Medikamenten erzielen. Die Einsparungen liegen hier bei zehn bis 30 Prozent“, sagt der KBV-Arzneimittelexperte weiter. Dies helfe natürlich nicht, die Einnahmen der Krankenkassen zu stabilisieren, denn derlei Präparate müssten die Internetkunden ohnehin aus der eigenen Tasche bezahlen. Bei rezeptfreien Arzneimitteln, die weiterhin zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden dürften, orientierten sich die Versandapotheken wieder an der Arzneimittelpreisverordnung.

Bedenken müsse der Patient auch, dass bei Bestellungen im Internet meistens Versandkosten anfallen. Diese betrügen gewöhnlich vier bis fünf Euro pro Paket. Vielfach sei es daher sinnvoller, eine Apotheke anzusteuern, statt den Computer anzuschalten.

Interessant seien für Patienten bisweilen Kundenboni, die einige Internetanbieter einräumen. Diese quittieren den Kunden bei der Bestellung rezeptpflichtiger Präparate die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung, schreiben ihnen aber die Hälfte des Betrags als Bonus gut. Dadurch kann der Kunde schon ein paar Euro sparen. Das gleiche gelte, wenn die Krankenkasse einen Vertrag mit einer Internetapotheke über Sonderkonditionen geschlossen habe. Allerdings gebe es bislang nur wenige derartige Verträge.

WANC 29.06.04

Aponet

Diabsite

 
Seite versenden  
Seite drucken