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Geringe soziale Stellung kann Lebensjahre kosten

Wissenschaftler nennen es sozio-ökonomischen Status (SES). Gemeint ist damit die Position, die eine Person innerhalb einer gesellschaftlichen Rangordnung einnimmt. Bestimmt wird der SES u.a. über den Beruf, das Einkommen, das Bildungsniveau, den Wohnort und das kulturelle Engagement. Inzwischen mehren sich die Belege, dass die soziale Stellung Einfluß auf die Gesundheit und die Lebensdauer hat.

Es gibt Einflüsse, von denen man inzwischen ziemlich sicher weiß, dass sie das Entstehen von Krankheiten ehe fördern. Die klassischen Faktoren sind z.B. wenig körperliche Bewegung, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht. Mittlerweile erkennen die Mediziner aber, dass sich auch Dinge wie Bildung, Wohnort und Einkommen auf die Lebenserwartung auswirken. 

Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern - darunter USA, Schweiz, England, Finnland, Frankreich, Italien, Australien und Portugal - haben die Gesundheitsdaten von etwas über 1,7 Mio. Frauen (54%) und Männern von einem Zeitraum von 13,3 Jahren ausgewertet. In dieser Zeit wurden 310.277 Todesfälle registriert. Bei der Berechnung, wie verschiedene Einflüsse das Sterberisiko veränderten, ergaben sich Werte von plus 4% für Übergewicht bei Männern 117% für Rauchen ebenfalls bei Männern. 

Im Vergleich von Menschen mit niedrigem zu hohem sozialen Status kam folgendes heraus: Ein niedriger SES erhöhte das Sterberisiko deutlich. Dabei rangierte die Erhöhung bei Männern zwischen 38% und 45% und bei Frauen zwischen 28% und 39%. Ein niedriges soziales Ansehen kostete etwas 2,1 Lebensjahre im Alter zwischen 40 und 85 Jahren. Zum Vergleich: Bei Alkohol waren es 0,5 Lebensjahre, bei Übergewicht 0,7, bei Diabetes 3,9, bei Bluthochdruck 1,6, bei zu wenig körperlicher Bewegung 2,4 und bei fortgesetztem Rauchen 4,8. 

Wie sehr sich unausgewogene Besitz- und Einkommensverteilung auf die Gesundheit niederschlagen, haben auch Forscher der Universität von New York ermittelt. Demnach finden sich in Ländern mit großen Einkommensunterschieden eine geringere physische und psychische Gesundheit, ein höherer Gebrauch illegaler Drogen und mehr Übergewicht.

Die beiden Professoren Kate Picket und Richard Wilkinson stellten fest, dass beispielsweise in vielen Städten in Großbritannien und den USA die Unterschiede in der Lebenserwartung im Vergleich der reichsten zu den ärmsten Gebieten um fünf bis zehn Jahre höher war. In manchen Fällen betrug der Unterschied sogar 15 bis 20 Jahre. 

cs 15.2.2017/ Quelle: The Lancet, BMJ

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