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Fleisch
Tiere, deren Fleisch als "ohne Gentechnik" gekennzeichnet wird, können sehr wohl mit gentechnisch hergestellten Zusatzstoffen gefüttert worden sein
Verwirrung: Ohne Gentechnik ist noch lange nicht ohne Gentechnik

Der Verbraucher soll geschützt werden, sagt Verbraucherminister Horst Seehofer. Doch das neue Gentechnikgesetz schütz Verbraucher nicht, sondern verwirrt sie. Tierische Lebensmittel dürfen zwar zukünftig die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ führen. Das heißt aber noch lange nicht, dass nicht doch Gentechnik verwendet wurde.

Natürlich ist es grundsätzlich erst einmal gut, dass wir Verbraucher Produkte, bei denen Gentechnik zum Einsatz kommt oder eben nicht, künftig leichter erkennen können. Denn die neue Kennzeichung „ohne Gentechnik“, die mit dem Gentechnikgesetz eingeführt wird, das in den nächsten Wochen vom Bundestag verabschiedet werden soll, weist zumindest darauf hin, dass das Fleisch nicht gentechnisch manipuliert wurde. Dass das ein Fortschritt ist, das betonen auch Verbraucherschützer und Umweltverbände.

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Denn der Verbraucher, der sich auf das Etikett verlässt, kann dennoch getäuscht sein. Völlig gentechnikfreie Ware garantiert die Kennzeichnung eben nicht. So können Landwirte weiterhin gentechnisch veränderte Zusatzstoffe ins Futtermittel mischen und das Fleisch trotzdem mit „ohne Gentechnik“ kennzeichnen.

Wie das, wird sich mancher da verdutzt fragen. Ganz einfach. Das neue Gesetz erlaubt den Einsatz von gentechnisch hergestellten Vitaminen, Enzymen oder Medikamenten, wenn diese Zusatzstoffe nach der EU-Öko-Verordnung zugelassen und im Endprodukt nicht mehr nachweisbar sind. Eine Verwendung ist zudem zulässig, wenn keine gentechnikfreien Alternativen vorhanden sind. Vor allem für die Herstellung gentechnikfreier Aminosäuren gibt es anscheinend derzeit nicht genügend Rohstoffe.

Übler ist aber, dass das neue Gesetz Tor und Türen weit für die Einführung neuer Lebensmittel öffnet. So könnten schon bald Fleisch, Milch und Milchprodukte geklonter Tiere in den Läden landen. Dass ist im Übrigen auch das erklärte Ziel von EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou. Der will grundsätzlich Klon-Lebensmittel schneller zulassen. Erst kürzlich hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Verzehr von Produkten von Klonkühen oder -schafen im Grundsatz für unbedenklich erklärt. Jetzt sollen noch die EU-Bürger befragt werden. Ob das einen Einfluss auf die Entscheidungen in Brüssel hat?

WANC 15.01.2008

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