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Ein guter Hausarzt: Hat Zeit für seine Patienten (Foto: Hermera)
Wie gut ist Ihr Hausarzt?

Was macht einen guten Hausarzt aus? Er hat Zeit für Gespräche, ist Partner und nicht Lehrer seiner Patienten, hat die Gesundheit – nicht nur die Erkrankung - im Blick, macht bei ihnen routinemäßig Vorsorgeuntersuchungen und ist diskret im Umgang mit persönlichen und medizinischen Daten.

Durch die Gesundheitsreform wird der Hausarzt an Bedeutung gewinnen. Er soll, so ist es der Wille der Politik, erster Ansprechpartner und steuernder Lotse im Krankheitsfall sein – gerade auch dann, wenn es um die Überweisung zum Facharzt und andere Behandlungsmethoden geht. Das Problem: Zwar gibt es rund 50.000 Allgemeinärzte in Deutschland, Kontrollmechanismen oder regelmäßige Qualitätsprüfungen fehlen aber weitgehend.

Hier ein paar Tipps, mit denen Sie prüfen können, wie gut ein Hausarzt wirklich ist. Ganz wichtig: Er muss Zeit haben für seine Patienten. Deshalb sollte er nicht nur ihren Körper, sondern auch den familiären und persönlichen Hintergrund des Einzelnen kennen. Fragen wie "Haben Sie Stress im Beruf?" oder "Was macht die Familie?" sind notwendig, weil vertrauensbildend. Dazu passt auch diese Frage: Gibt der Arzt dem Patienten das Gefühl, mit ihm zusammenzuarbeiten, oder hält er stur an seinen medizinischen Prinzipien fest?

"Mediziner haben häufig im Hinterkopf, mit welchen Methoden sie einen kranken Körper behandeln können und vergessen darüber, dass in diesem Körper ein Mensch steckt, der Gefühle hat", sagt die Leipziger Gesundheitswissenschaftlerin Gesine Grande. Die Statistik belegt diese Aussage: Experten gehen davon aus, dass psychische und soziale Probleme bei jedem dritten Patienten eines Allgemeinarztes die Beschwerden wesentlich mit verursachen.

Ein guter Hausarzt zeichnet sich deshalb auch durch seine vorbeugende Tätigkeit aus. Stichwort Fitness. Vittoria Braun, Direktorin des Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Charité Berlin, räumt ein: "Unser Gesundheitswesen ist von seiner Art und Weise eher ein Krankheitswesen. Statt zu schauen, was einen Menschen gesund erhält, wird der Fokus viel zu häufig auf das gerichtet, was ihn krank macht."

Die richtige Alternative: Einem Patienten, der zum Beispiel Herzinfarkt gefährdet ist oder der zu viel raucht, sollte der Arzt einen individuellen Gesundheitsplan aufstellen: Kann er sich zwei längere Spaziergänge pro Woche vornehmen? Kann er den Zigarettenkonsum allmählich drosseln? Kann er sich gesünder ernähren?

Empfehlung von Vittoria Braun: "Entscheidend ist, dass die Patienten motiviert werden mitzumachen." Dazu gehört auch, dass der Arzt routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen betreibt und auf Früherkennungsmaßnahmen hinweist. Ein Hausarzt, der mit seinen Patienten noch nie über Themen wie Krebs, Diabetes sowie Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesprochen hat, unterlässt eine wichtige Aufgabe. Auch hier sind die Zahlen eindeutig: Die Teilnahmerate an den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen liegt bei Männern bislang nur bei 22,6 Prozent, bei Frauen rangiert sie bei 36,5 Prozent.

Und noch eines sollte man beachten: Ein Hausarzt ist auch dann ein guter Hausarzt, wenn die Wartezeit nicht länger als eine halbe Stunde dauert (dann hat er seine Praxis gut organisiert), und wenn alle persönlichen und medizinischen Daten diskret verwaltet werden. Wer bei der Anmeldung oder im Wartezimmer vor anderen Patienten Fragen hört wie "Herr Maier, haben Sie schon einen Termin für die Darmspiegelung?", der muss befürchten, dass in dieser Praxis der Datenschutz nicht gewährleistet ist.

WANC 25.02.04/ Reader's Digest Deutschland

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