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Sogenannte Weichmacher, z.B. Phthalate, die sich z.B. in Lebensmittelverpackungen finden, können unseren Stoffwechsel verändern und zu einer Gewichtszunahme führen (Foto: sigrid rossmann / pixelio.de)
Sogenannte Weichmacher, z.B. Phthalate, die sich z.B. in Lebensmittelverpackungen finden, können unseren Stoffwechsel verändern und zu einer Gewichtszunahme führen (Foto: sigrid rossmann / pixelio.de)
Weichmacher in Kunststoffen machen dick

Chemische Weichmacher, z.B. Phthalate, finden sich in Kunststoffen, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummiartikeln sowie in Klebstoffen und Textilien. Bedenken bestehen vor allem, weil diese Stoffe auch in Lebensmittelverpackungen, Getränkeflaschen und Plastickspielzeug enthalten sind. So können sie über die Haut oder die Nahrung sie in unseren Körper gelangen. Das beeinflußt unser Hormonsystem und deshalb sind sie auch dafür verantwortlich, unser Körpergewicht zu erhöhen. 

Prof. Martin von Bergen, Leiter des Departments Molekulare Systembiologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), nennt sie Umweltschadstoffe und als Beispiel Phthalate. Bisher wurden sie "nur" verdächtigt, für die Entwicklung von Übergewicht mitverantwortlich sein. „In epidemiologischen Studien wurden bereits ernstzunehmende Zusammenhänge zwischen erhöhten Phthalat-Konzentrationen im menschlichen Körper und der Entwicklung von Übergewicht nachgewiesen und sollten deswegen weitergehend mechanistisch untersucht werden“, sagt von Bergen.

Doch die Wissenschaftler wissen inzwischen, dass unter bestimmten Bedingungen Phthalate aus dem Trägermaterial austreten und über die Nahrung in unseren Körper aufgenommen werden können. Bei Lebensmittelverpackungen treten Phthalate insbesondere in fetthaltige Produkte über, beispielsweise in Käse oder Wurst, erklärt von Bergen: „Bislang ist kaum etwas darüber bekannt, wie genau Phthalate im Körper wirken, und wie sie Einfluss auf das Körpergewicht nehmen können….“

Das UFZ, das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität und das Universitätsklinikums Leipzig haben nun Forschungsergebnisse vorgelegt, die nachweisen, wie und wo Phthalate in den Stoffwechsel eingreifen und den Weg für eine Gewichtszunahme ebnen können. Gezeigt wurde das an Mäusen, die mit dem Phthalat DEHP versetztes Trinkwasser zu sich nahmen. Die Tiere - vor allem die weiblichen - legten deutlich an Gewicht zu. „Phthalate greifen ganz offensichtlich massiv in den Hormonhaushalt ein. Bereits in geringen Konzentrationen führen sie zu deutlichen Veränderungen, wie beispielsweise der Gewichtszunahme“, sagt von Bergen.

Unter der Phthalat-Einwirkung erhöhte sich der Anteil ungesättigter Fettsäuren im Blut  und außerdem war der Glukosestoffwechsel gestört. Es veränderte sich auch die Zusammensetzung von im Blut befindlichen Rezeptoren, die für den Gesamtstoffwechsel wichtig sind und zu einer Umstellung des Stoffwechsels führen können. „Einige Stoffwechselprodukte, die vom Fettgewebe gebildet werden sind unter anderem auch als Botenstoffe aktiv und steuern Funktionen in anderen Organen“, erläutert von Bergen. 

17.03.2016/ Quelle: UFZ

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