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Zahnersatz: Patienten müssen Zusatzleistungen bezahlen, die von den Zahnärzten nach der teuren Privatgebührenordnung abgerechnet werden können
Zahnersatz: Patienten zahlen zwei Drittel mehr

Zahnersatz kommt die Patienten teuer zu stehen. Durchschnittlich 65% müssen heute dafür mehr gezahlt werden. Die Gründe dafür sind sinkende Erstattungsanteile der Kassen und dadurch zunehmende Zusatzleistungen, die die Zahnärzte nach der Privatgebührenordnung abrechnen. Die versprochene Kostenneutralität wurde nicht eingehalten.

Gesetzlich Versicherte müssen nach einem Bericht des Hamburger Magazins stern heute für Zahnersatz knapp zwei Drittel mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Das geht laut stern aus einer internen Auswertung der AOK-Bayern hervor. Die Kasse verglich alle genehmigten Zahnersatz-Kostenpläne ihrer Versicherten - jeweils mehrere zehntausend Unterlagen - aus den ersten beiden Monaten dieses Jahres mit denen des Vorjahres.

Ergebnis: durchschnittlich stiegen die Kosten für die Patienten um 65 Prozent. Mussten 2004 für alle Formen von Zahnersatz (ohne Provisorien und Reparaturen) im Schnitt noch 498 Euro selbst gezahlt werden, sind es in diesem Jahr bereits 823 Euro. Brücken und Kronen verteuerten sich gar um 98 Prozent. Herausnehmbare Prothesen kosten die Patienten 58 Prozent mehr als im Vorjahr, kombinierte Prothesen wurden 45 Prozent teurer.

Zwar stiegen die Gesamtkosten je Zahnersatzfall - Kassen- und Patientenanteil - "nur" um 14 Prozent. Die Patienten müssen jedoch viel tiefer in die Tasche greifen, weil ihr Kostenanteil von 43 Prozent im Jahr 2004 auf jetzt 62 Prozent geklettert ist. Der Kassenanteil fiel von 57 auf 38 Prozent. So kostet die AOK heute die Zahnersatz-Behandlung im Schnitt nur noch 501 Euro. 2004 waren es 670 Euro gewesen.

Schuld an der Kostenexplosion für die Patienten ist, dass seit 2005 von den Kassen nur noch Festzuschüsse gezahlt werden und die Regelleistungen für Kassenmitglieder eingeschränkt wurden. Folge: Die Patienten müssen nun fast immer Zusatzleistungen bezahlen, die von den Zahnärzten nach der teuren Privatgebührenordnung abgerechnet werden können. Noch im Dezember 2004 hatte die Kassenzahnärztliche
Bundesvereinigung, auf deren Druck die Neuregelungen zustande kamen, Kostenneutralität versprochen.

WANC 01.06.05
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