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Geldsegen: Die gesetzlichen Krankenkassen konnten 2006 einen Überschuss erzielen, der Beitragszahler spürt nichts davon
Gesetzliche Krankenkassen mit deutlichem Plus

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben 2006 einen Überschuss von 1,73 Mrd. Euro erwirtschaftet. Dennoch steigen die Beitragssätze.

189 der 250 Kassen sind zum Jahresende 2006 rechnerisch schuldenfrei gewesen. Das hat das Bundesgesundheitsministerium ausgerechnet. Kein Wunder, dass sich Ministerin Ulla Schmidt freut: "Die positive Finanzentwicklung entlarvt die Schwarzmalerei der Kassen als substanzlos." Die wachsenden Beschäftigtenzahlen und die Gesundheitsreform böten darüber hinaus eine "gute Voraussetzung dafür, dass die gesetzliche Krankenversicherung mit einer stabilen finanziellen Grundlage ab 2009 in den Gesundheitsfonds starten kann".

Gerade das hatten die gesetzlichen Krankenkassen stark bezweifelt. Ihre Kritik an der Gesundheitsreform war deshalb im vergangenen Jahr auch besonders laut und ist bis heute kaum verstummt. Schon aus diesem Grund hat die Ministerin mit den Kassenvertretern noch eine Rechnung offen. Die gute Bilanz gibt ihr Munition, den Kassen stärker Druck zu machen.

Kein Wunder, dass die Kassen denn auch gleich relativeren. Nach ihren Angaben besteht für 2007 trotz des positiven Ergebnisses kein Grund zur Entwarnung. Sie verweisen insbesondere auf den geringeren Bundeszuschuss, die höhere Mehrwertsteuer und allgemeine Kostensteigerungen. In Erwartung der Mehrkosten hatten zum Jahreswechsel bereits die meisten Kassen ihre Beitragssätze erhöht. Besonders drastisch waren die Steigerungen bei den AOK ausgefallen, bei denen nach einem Bericht des "Handelsblatt" täglich 3000 bis 5000 Kunden kündigen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, die Ortskrankenkassen hätten seit Jahresbeginn Hunderttausende Mitglieder verloren.

Die schönen Zahlen haben ihre Gründe: So sind die Leistungsausgaben je Mitglied 2006 im Schnitt nur um 2,6 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal waren es noch 4,8 Prozent. Bei den Einnahmen gab es mit 0,5 Prozent je Mitglied wieder einen leichten Zuwachs. Im Februar 2007 gab es rund 530.000 Beitragszahler mehr in der GKV als im Februar 2006.

Besonders hoch lag das Plus mit 684 Mio. Euro bei den Betriebskrankenkassen (BKK) sowie mit 553 Mio. Euro bei den Angestellten-Ersatzkassen, zu denen die größten Kassen Barmer, DAK und Techniker gehören. Die 16 Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) erzielten einen Überschuss von 275 Mio. Euro, die Innungskrankenkassen (IKK) von 127 Mio., die Arbeiter-Ersatzkassen von 86 Mio. und die See-Krankenkasse von einer Millionen Euro. Ein Defizit verbuchten die Bundesknappschaft (minus 118 Mio. Euro) und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (minus 32 Mio. Euro).

WANC 02.03.07

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