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Mehr zahlen müssen Versicherte bei 14 Krankenkassen
Höhere Beiträge bei 14 Krankenkassen

18 Krankenkassen ändern im Juli Beitragssätze . Doch statt der von der Regierung versprochenen Beitragssenkungen, erhöhen 14 ihre Beiträge und nur vier senken sie.

Zum 1. Juli haben die bisher günstigsten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands zum Teil deutlich ihren Beitragssatz erhöht. Hiervon betroffen sind die Mitglieder von 14 Kassen, allesamt Betriebskrankenkassen (BKK). Mit Ausnahme der BKK SPAR und BKK Sauerland zahlen sie jedoch auch weiterhin weniger als 14 Prozent des Bruttoeinkommens.

Die Anhebung der Beitragssätze wird zum einen mit den steigenden
Belastungen durch den Risikostrukturausgleich zwischen allen
gesetzlichen Kassen sowie dem BKK-internen Finanzausgleichssystem
begründet. Letzteres will der BKK Bundesverband zur Sanierung
defizitärer Kassen, beispielsweise der BKK Heilberufe, durchsetzen. Demnach sollen die hierfür nötigen Finanzmittel von den Betriebskrankenkassen mit einem günstigen, unterdurchschnittlichen Beitragssatz aufgebracht werden. Um jedoch die Wirtschaftlichkeit und die zusätzlichen Zahlungen abzusichern, seien Beitragserhöhungen unausweichlich.

Die betroffenen Mitglieder besitzen aufgrund der gestiegenen
Beitragssätze ein Sonderkündigungsrecht.

Künftig nicht mehr so tief in ihre Taschen greifen müssen die 1279000 Mitglieder von insgesamt vier Kassen. Am deutlichsten reduzierte die KEH Ersatzkasse ihren Beitrag: von 14,6 auf 12,9 Prozent. Damit gehört sie nun zu den preiswertesten Kassen in Deutschland. Auch die AOK in Rheinland Pfalz und die Siemens Betriebskrankenkasse senkten ihren allgemeinen Beitragssatz. Mit jeweils 14,2 Prozent liegen die beiden großen, mitgliederstarken Kassen nun zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 14,3 Prozent, jedoch noch immer weit über den von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt geforderten 13,6 Prozent.

"Im Dezember des vergangenen Jahres boten 60 Krankenkassen ihren Mitgliedern einen Beitragssatz von unter 13 Prozent an. Heute sind es nur noch 40", so der Krankenkassenexperte Torsten Leidloff. "Diese Entwicklung und die aktuellen Beitragsänderungen lassen darauf schließen, dass die Forderung von Ulla Schmidt in der nahen Zukunft nicht oder nur schwer umzusetzen ist", ergänzt der Herausgeber der Zeitschrift "krankenkassenRatgeber".


WANC 07.07.04
 
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