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Hausarztmodell: Keine unnötigen Doppeluntersuchungen, aber auch keine fehlenden Behandlungsschritte
Hausarztmodell in Hessen: Mehr Qualität in der Behandlung

Ein Hausarztmodell mit verpflichtenden Qualitätsstandards wird in Hessen ins Leben gerufen. Das soll dafür sorgen, dass der Arzt sich regelmäßig fortbildet und dass der Patient besser behandelt wird.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV Hessen) und acht Ersatzkassen in Hessen starten zum 1. April ein neues Hausarztmodell mit bundesweit bisher einmaligen Qualitätsstandards. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), Techniker Krankenkasse (TK), Kaufmännische Krankenkasse (KKH), Hamburg Münchener Krankenkasse (HMK), Hanseatische Krankenkasse (HEK), Gmünder Ersatzkasse (GEK), Hamburgische Zimmerer Krankenkasse (HZK) und KEH-Ersatzkasse bieten den Patientinnen und Patienten mit einem medizinisch fundierten und wissenschaftlich begleiteten Konzept eine
vernetzte medizinische Versorgung auf hohem Niveau an.

Nach Angabe der Organisatoren entspricht das Qualitätskonzept dem aktuellen Erkenntnisstand der medizinischen Versorgungsforschung und verfügt über vier Auswahlkriterien:
  • die verpflichtende Teilnahme an strukturierten Qualitätszirkeln zur Pharmakotherapie,
  • den Einsatz evidenzbasierter und zugleich praxiserprobter Leitlinien für die hausärztliche Praxis,
  • strukturierte hausärztliche Fortbildungsmaßnahmen vorrangig zu patientenzentrierter Gesprächsführung, psychosomatischer Grundversorgung, Palliativmedizin, Schmerztherapie und ambulanter Geriatrie,
  • Einführung eines internen Qualitätsmanagement-Systems in der Praxis, wie beispielsweise Durchführung des "Europäischen Praxis-Assessments" (EPA) mit Qualitätsindikatoren.

Auf Grund des erhöhten Aufwands, welcher den niedergelassenen
Ärzten beispielsweise durch die Einführung eines professionellen
Qualitätsmanagements entsteht, werden die am Hausarztmodell
beteiligten Krankenkassen die hausärztlichen Leistungen mit 9.- Euro
pro Quartal vergüten.

Neben der Patientenorientierung des Angebotes erwarten die Krankenkassen durch die höhere Effizienz der Versorgung längerfristig auch einen wirtschaftlichen Nutzen, der im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung nachgewiesen werden soll. Doch wie funktioniert das Hausarztmodell genau?

Der Patient wählt einen am Programm beteiligten Hausarzt als Arzt seines Vertrauens, der ihn behandelt und bei Bedarf weiter begleitet. Der behandelnde Arzt hat den Überblick über alle Belange des Patienten. Er weist beispielsweise auf notwendige Kontrolluntersuchungen wie etwa Impfungen oder Krebsfrüherkennungs- und Gesundheitsuntersuchungen hin, um vermeidbare Folgeerkrankungen abzuwehren.

Er überweist bedarfsgerecht, d.h., wenn es medizinisch erforderlich ist, an niedergelassene Fachkollegen oder an Krankenhäuser - und arbeitet eng mit ihnen zusammen. Die Folge: Keine unnötigen Doppeluntersuchungen, aber auch keine fehlenden Behandlungsschritte - und das auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens.

Die Teilnahme am Hausarztmodell ist für die Patienten mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Im Gegenteil: Von den teilnehmenden Krankenkassen werden den Patienten finanzielle Anreize angeboten, die von Kasse zu Kasse unterschiedlich sein werden. Solche Bonusregelungen können z.B. die Ermäßigung der Praxisgebühr, der
Arzneimittelzuzahlungen oder der Beiträge betreffen. Die Teilnahme am
Hausarztmodell ist für die Patienten freiwillig.

WANC 14.02.05

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