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Gestresste Mutter: 20 Prozent aller Mütter in Deutschland dauerhaft enormen gesundheitsgefährdenden Belastungen ausgesetzt (Foto: DAK/Wigger)
Mütter: Überbelastung macht krank

Mütter sind häufig überlastet. Das führt zu Erschöpfungen, geschädigten Körperfunktionen und eingeschränkter Aktivität. Der Forschungsverbund Prävention und Rehabilitation für Mütter und Kinder stellt aber fest, dass sich die Krankenkassen gegen die Übernahme familienmedizinischer Behandlungen wehren.

"Das Gesundheitssystem benachteiligt Familien, obwohl es spezielle Angebote für Mütter und Kinder gibt und sie effektiv und effizient sind," sagt Dr. Jürgen Collatz, Leiter des Forschungsverbundes Prävention und Rehabilitation für Mütter und Kinder der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Studien haben gezeigt, dass mehr als 20 Prozent aller Mütter in Deutschland dauerhaft enormen gesundheitsgefährdenden Belastungen ausgesetzt sind.

Seit zehn Jahren erforscht der Verbund die speziellen Ansätze für Mütter und Kinder. Den Untersuchungen zufolge zeichnet sich bei ihnen ein Leitsyndrom aus Erschöpfung, geschädigten Körperfunktionen und eingeschränkter Aktivität ab. Die MHH-Wissenschaftler konnten für ihre Untersuchungen 85 Einrichtungen für Mütter- und Mutter-Kind-Maßnahmen gewinnen und nachweisen, dass bei dem hohen Grad an Belastungen der Mütter auf einzelne Indikationen spezialisierte Angebote wenig erfolgversprechend sind. "Erst eine familienmedizinische ganzheitliche Behandlung gewährleistet eine hohe Effektivität und Nachhaltigkeit präventiver und rehabilitativer Maßnahmen", betont Collatz.

"Die familienmedizinischen Angebote für Mütter und ihre Kinder erreichen die wichtigsten Risikogruppen", weiß Prof. Dr. Gisela Fischer, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Forschungsverbundes. Doch die Krankenkassen lehnen derzeit jeden zweiten Antrag ab, obwohl medizinische und psychosoziale Indikationen vorliegen. "Das ist unverständlich", meint Prof. Siegfried Geyer, Medizinische Soziologie der MHH.

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