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Teure AOK: Fünf von 17 AOKs erhöhen ihre Beiträge
Krankenkassen erhöhen Beiträge

13 Krankenkassen erhöhen ab Januar 2006 ihre Beiträge. Spitzenreiter ist die AOK Schleswig-Holstein mit 0,8 Prozent mehr.

Diese Meldung macht niemanden froh. 13 Krankenkassen - darunter vier Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) und acht Betriebeskrankenkassen (BKK) - erhöhen ihre Beiträge, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf den Fachinformationsdienst dfg (Dientt für Gesellschaftspolitik). Teilweise in einen ganz erheblichen Umfang. So verlangt die AOK Schleswig-Holstein jetzt 14,4 stat 13,6%, die Beiträge der AOK Rheinland steigen von 13 auf 13,4%.

Bei den BKK hat laut Spiegel unter anderem die BKK Anker-Lynen-Prym eine Beitragserhöhung beschlossen - der Satz soll hier im Januar von 12,4 Prozent auf 12,7 Prozent steigen. Die BKK Dr. Oetker will ihren Beitragssatz im Januar von 12,5 auf 12,7 Prozent heraufsetzen, die BKK Pfaff von 12,4 auf 12,8 Prozent. Auch für Versicherte der BKK Conzelmann wird es zu Jahresbeginn teurer: Weil die Kasse mit der Mhplus BKK fusioniert, steigt der Beitragssatz von 12,5 auf 12,9 Prozent.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt reagierte auf die Ankündigungen der Krankenkassen verschnupft. Im ARD-Morgenmagazin betonte sie, dass die Ausgaben für Arzneimittel gestiegen seien. Dank ihrer Reformen hätten die Kassen dennoch im vergangenen Jahr vier Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet. Und für das Jahr 2005 erwartet sie ein Plus von zwei Milliarden Euro. Die Kassen hätten derzeit die Möglichkeit, über Jahre angehäufte Schulden abzubauen, sagte Schmidt.

Die Erhöhungen sind für die Ministerin ein Desaster. Denn die Einführung der Praxisgebühr und vermehrter Zuzahlungen waren mit dem Ziel erfolgt, die Kassenbeiträge zu senken. Davon haben die Versicherten bisher wenig gespürt. Im Gegenteil - die 13 Kassen sind nach Ansicht von Experten nur die Speerspitze. Weitere gesetzliche Krankenversicherer werden schon bald folgen.

Die derzeitige Situation zeigt wieder einmal, dass sich die Versicherten auf nichts verlassen können außer darauf, dass sie mehr zahlen müssen und immer weniger dafür bekommen. Immer deutlicher wird aber auch, dass sich jetzt die Versäumnisse der Vergangenheit brutal rächen. Nicht wenige Gesundheitsökonomen fordern schon seit langem, nicht ständig an der Einnahmenseite unseres Gesundheitswesens zu drehen, sondern endlich die Ausgabenseite zu verändern.

WANC 27.12.05

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