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Bleibt den gesetzlich Versicherten im nächsten Jahr wegen erhöhter Kassenbeiträge weniger im Geldbeutel?
Kassenbeiträge: Schon wieder teurer?

Die Berichte über bald steigende Krankenkassenbeiträge mehren sich. Die Befürchtungen werden durch Zahlen der AOK genährt, die weiter wachsende Ausgaben belegen.

Die AOK schaltet die Warnleuchten an. Im ersten Halbjahr sind die Kosten für Arzneimittel um 671 Mio. Euro oder 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Die Reaktion der Kassen lässt nicht lange auf sich warten. Laut „B.Z. am Sonntag“, Berlin, sollen nicht namentlich genannte Branchenkenner erwarten, dass die Beiträge vieler Krankenkassen im kommenden Jahr erneut stark ansteigen werden.

Der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr macht aus seiner Einschätzung der Entwicklung gar keinen Hehl. „Ich rechne im nächsten Jahr mit einem Anstieg der Beiträge auf 15,5 Prozent", prophezeit er. Derzeit liegt der Durchschnittswert der Abzüge für die Krankenversicherung bei 14,8 Prozent.

Bahr gibt die Schuld für den drohenden Anstieg der Beiträge nicht allein den Mehrausgaben für Arzneimittel. Auch „die verfehlte Gesundheitsreform und die erhöhte Mehrwertsteuer" tragen seiner Ansicht nach dazu bei.

Dass auf Kassenpatienten vor 2009 noch einmal Beitragserhöhungen zukommen könnten, erwartet auch die Verbraucherzentrale Bundesverband. Dereren Chef, Gerd Billen, begründet dies mit der Einschätzung, die Krankenkassen hätten "ein Interesse daran, sich einen soliden Finanzpuffer zuzulegen, weil dann die mageren Jahre kommen werden". Sobald der "Einheitsbeitrag" staatlich festgelegt ist, können die Kassen nur noch über einen - für ihre Versicherten unattraktiven - Zusatzbeitrag Finanzlöcher stopfen.

Das Bundesgesundheitsministerium widerspricht allen Mutmaßungen vehement. Sprecher Klaus Vater: "Es gibt nichts, was darauf hindeuten würde, dass sich die Beiträge nach oben bewegen." Er bezieht sich aber ausdrücklich nur auf das laufende Jahr. Bei der Aufstellung der Kassenhaushalte für 2008 Ende dieses Jahres werde man weiter sehen. "Was dann passiert, weiß niemand", orakelt Vater. Wenn die Konjunktur weiter gut laufe, sei eine gute Finanzlage der Kassen zu erwarten.

Den zahlenden Versicherten wird das wenig beruhigen. Die erst in diesem Jahr verordnete Reform des Gesundheitswesens belastet jeden zusätzlich mit dem Versprechen, die Kosten in der Gesundheitsversorgung in den Griff zu bekommen. Doch das scheint erneut nicht zu gelingen.

WANC 29.08.07

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