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Gesundheitsreport: Hoher Arzneimittelverbrauch

Hoher Arzneimittelverbrauch auch in Branchen mit vergleichsweise geringem Krankenstand - das geht aus dem Gesundheitsreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin vorgestellt hat.

Die verordneten Medikamente stehen auch nicht im Zusammenhang mit der Ursache der Arbeitsunfähigkeit. Gemeinsam analysiert wurden die Routinedaten der Jahre 2000 und 2001 zur Arbeitsunfähigkeit und die Arzneimittelverordnungen.

Der Report zeigt folgendes: Verantwortlich für den Krankenstand waren hauptsächlich Krankheiten des Bewegungsapparates, Verletzungen, Atemwegserkrankungen und psychische Störungen, wobei von den beiden letztgenannten Diagnosegruppen Frauen deutlich stärker betroffen waren als Männer. Der Krankenstand der TK-Mitglieder liegt mit 3,3 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, wobei Angehörige der IT-Branche und Elektroingenieure geringere, Gärtner und Kraftfahrzeugführer höhere Quoten ausweisen.

Beim Arzneiverordnungsvolumen sind die Unterschiede bei diesen vier Berufsgruppen jedoch nur gering. Darüber hinaus zeigt sich keine Korrelation zwischen der Diagnose, die zur Arbeitsunfähigkeit führte, und den verordneten Arzneimitteln. Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG), das die Analyse wissenschaftlich begleitet hat: " Bei den Männern stehen bespielsweise die Blutdruck senkenden Mittel an erster Stelle in der Statistik. Dabei handelt es sich um eine Medikation, die sich zum Teil schon durch Änderungen des individuellen Verhaltens und des Lebensstils vermeiden ließe."

Bei den Frauen stünden dagegen die Hormonpräparate im Vordergrund. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Präparate, die zur Hormonersatztherapie in den Wechseljahren eingesetzt werden. "Jede zweite Frau zwischen 55 und 60 Jahren hat mindestens einmal ein solches Medikament verordnet bekommen", so der ISEG-Experte weiter.
Den gesamten Gesundheitsreport finden Sie auf:
www.tk-online.de.

WANC 05.12.02

Gesundheitsreport

 
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