Medikamente einnehmen: Es kann zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen
Wenn Medikamente sich nicht vertragen


Die Zahl der Medikamente  fast unüberschaubar. Gefahr droht, wenn sich Wirkstoffe unterschiedlicher Arzneien nicht miteinander vertragen. Dann kann es unerwünschten Wechselwirkungen mit manchmal dramatischen Folgen kommen.

Über 19.000 verschreibungspflichtige Arzneimittel mit rund 1.800 Wirkstoffen gibt es in Deutschland. Jedes Jahr kommen durchschnittlich 45 hinzu. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Auch in der heimischen Pillendose herrscht oft ein Durcheinander. Was dem Großvater oder dem Freund schon geholfen hat, kann doch auch für einen selbst nicht schlecht sein.

Die Folge: Viele Menschen nehmen Medikamente “nach gut Dünken” ein und das auch schon mal durcheinander. Es kann dann zu ungewollten gefährlichen Wechselwirkungen kommen, warnt die DAK.

“Besonders Menschen mit Nierenproblemen sollten keine Medikamente ‚auf eigene Faust‘ einnehmen”, sagt DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. “Wenn die Niere das Blut nicht mehr richtig reinigen kann, sammeln sich viele Wirkstoffe im Körper an. Dies kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Arzneimittelvergiftung führen.”

Doch auch Lebensmittel können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln hervorrufen. Milch, Tee oder Grapefruitsaft kann die Wirkung von einigen Arzneimitteln steigern oder auch senken. “Ein zu niedriger Blutdruck, ein schneller Herzschlag oder Kopfschmerzen sind dafür Anzeichen”, erklärt Pfarrer. Arzneien können zum Teil auch die Aufnahme von wichtigen Substanzen im Darm blockieren, wie beispielsweise Calcium, Fluor oder Jod.

“Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten unbedingt mit Ihrem Arzt”, rät die Ärztin. “Erklären Sie genau, welche Medikamente Sie bereits nehmen. Fragen Sie auch, was Sie in Punkto Ernährung beachten müssen.”

Besonders zu beachten:
  • Antibiotika: Sie bilden mit dem Calcium aus Milch und Milchprodukten Komplexe und können so nicht mehr durch die Darmwand in den Körper gelangen. Also: besser auf Milch, Quark, Jogurt und Käse verzichten.
  • Bluthochdruckmittel & Co.: Trinken Sie keinen Grapefruitsaft, wenn Sie Bluthochdruckmittel oder auch Arzneien gegen Allergien oder Schlafmittel einnehmen. Grapefruitsaft verstärkt die Wirkung.
  • Eisentabletten: Rhabarber, Spinat und schwarzer Tee enthalten Oxalsäure. Kaffee enthält Tannine, Getreide Phytine. Sie hemmen – genauso wie Magnesium – die Eisenaufnahme im Darm. Mindestens zwei Stunden nach Einnahme sollte daher auf diese Produkte verzichtet werden. Vorteil: Vitamin C fördert die Eisenaufnahme.
  • MAO-Hemmer: Sie werden bei Depressionen eingesetzt. Verzichten Sie weitestgehend auf eiweißreiche Lebensmittel, die nicht mehr ganz frisch sind. Darunter fallen Käse, Rotwein, Leber, Avocados, Nüsse, Dauerwurst oder auch Fischkonserven. In ihnen steckt Tyramin. In Verbindung mit MAO-Hemmern wird dieses vom Körper nicht mehr abgebaut. Hoher Blutdruck und sogar Hirnblutungen können die Folge sein.

WANC 02.08.05

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