Bettwanze: Breitet sich langsam wieder aus
Bettwanzen sind wieder da

Die längst ausgerottet geglaubten Bettwanzen befinden sich wieder auf dem Vormarsch. Anscheinend haben die Blutsauger Resistenz gegen Pestizide entwickelt.

Der Biologe Clive Boase von der Pest Management Consultancy hat erforscht, dass die ausgerottet geglaubten Bettwanzen wieder auf dem Vormarsch sind. Boase geht davon aus, dass die winzigen Blutsauger eine Resistenz gegen Pestizide entwickelt haben. Seit Mitte der 90er-Jahre soll sich die Anzahl der Meldungen über Befälle jährlich fast verdoppelt hat. Derzeit bewegen sich die Zahlen noch im Vorkriegsbereich.
Laut Boase ist es derzeit dennoch unklar, warum den Bettwanzen ein derart erfolgreiches Comeback gelungen ist. Manche Experten machen den internationalen Reiseverkehr für diese Entwicklung verantwortlich. Die zuletzt in London untersuchten Bettwanzen waren jedoch laut dem Wissenschaftler nicht tropischen Ursprungs.

Das Ansteigen des Handels mit gebrauchten Möbeln wurde ebenfalls verantwortlich gemacht. Er erklärt jedoch nicht das Auftreten von Wanzen in Hotels der gehobenen Preisklasse. Boase macht die Resistenzen gegen Pestizide für die Wiederkehr der Bettwanzen verantwortlich.

Studien aus Ostafrika wiesen einen Zusammenhang zwischen mit Pestiziden behandelten Moskitonetzen und einem Ansteigen der Resistenz bei Bettwanzen nach. Das untersuchte Pestizid Pyrethroid war in Entwicklungsländern als Bestandteil von Sprays gegen Bettwanzen weit verbreitet.

Dieser Prozess in Kombination mit einigen anderen Faktoren könne erklären, warum Befälle mit Bettwanzen häufig so schwer zu kontrollieren seien. "Bis detailierte Resistenztests durchgeführt sind, müssen diese Annahmen jedoch Spekulation bleiben."

WANC 06.12.04/pte

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