Mobilfunk und Gesundheit: Weitere Forschungen notwendig (Foto: pte)
Mobilfunk: Experten sagen, keine Gesundheitsgefahr

Experten haben die Risiken des mobilen Telefonierens bewertet. Ihr Ergebnis: Eine gesundheitliche Schädigung durch Mobilfunk besteht nicht. Allerdings räumen die Wissenschaftler weiteren Forschungsbedarf ein. Interessant: Auftraggeber der Studie war das Unternehmen T-Mobile.

Die möglichen Risiken von Mobiltelefonen oder Sendeanlagen werden von Experten unterschiedlich eingeschätzt. Ein Forschungsvorhaben des Forschungszentrums Jülich brachte 25 Spitzenforscher aus Deutschland und der Schweiz zu einem Risikodialog über die Bewertung neuerer Forschungsergebnisse zusammen. Nach Abschluß des Projektes sagen die Experten: Der in der Öffentlichkeit bestehende Verdacht auf gesundheitsschädliche Wirkungen des Mobilfunks wurde nicht erhärtet. In einigen Bereichen bleibt jedoch Forschungsbedarf.

In den Bereichen "Blut-Hirn-Schranke" und "Tierversuche Krebs" ist für die Gutachter die Sachlage eindeutig: Es finden sich keine Hinweise auf Effekte. Für epidemiologische Untersuchungen zu Krebs widersprechen sich die Einschätzungen zum Teil, weitere Untersuchungen bleiben abzuwarten.

In wieder anderen Bereichen lassen sich im Labor zwar Effekte beobachten, doch ist fraglich, ob diese gesundheitlich bedeutsam sind. So stellen die Gutachter fest, dass die experimentell gefundenen Wirkungen des Mobilfunks auf das zentrale Nervensystem ohne erkennbare Nachteile für die Gesundheit sind. Gleiches gilt für die Hinweise auf Erbgut-Schäden. Da daraus keine Schädigung der Zellen resultierte, kann nach Meinung der Gutachter aus den Ergebnissen keine Gefährdung der Gesundheit abgeleitet werden.

Zusammenfassend stellt der Leiter der Jülicher Programmgruppe, Dr. Peter Wiedemann, fest: "Die Forschungslage zu Mobilfunk und Gesundheit zu bewerten, ist sehr komplex." Doch in dem gewählten Verfahren sieht er eine gute Chance für einen strukturierten Diskurs. Das Projekt soll zu einer vergleichbaren und auch für Laien verständlichen Risikobewertung führen. "Die im Risikodialog betrachteten Studien erhärten nicht den Verdacht, dass der Mobilfunk negative gesundheitliche Auswirkungen hat", sagt Wiedemann. Den Auftraggeber der Studie, die Firma T-Mobile, wird es freuen, das zu hören.


WANC 10.05.05
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