Per Bronchoskopie ermittelten die Mediziner , wieviele und welche Entzündungszellen sich in der Lunge angesammelt haben (Foto: Fraunhofer ITEM)
Luftverschmutzung: Was Staub so gefährlich für die Lunge macht

Luftverschmutzung und Staub führen zu Atembeschwerden. Dabei ist allerdings nicht nur die Menge der Staubpartikel ausschlaggebend, sondern auch deren Belastung mit Metallen.

Internationale Organisationen wie die WHO stufen die Belastung der Atemluft mit Umweltstäuben als das wichtigste lufthygienische Problem ein. Vor allem Feinstäube werden von Filtersystemen in Industrieanlagen und Automotoren kaum zurückgehalten. Ihre winzigen Partikel mit Durchmessern von weniger als 2,5 Mikrometern beinhalten oft problematische Metalle. Grenzwerte für die Staubbelastung in der Umwelt berücksichtigen bisher nur die Partikelmenge, also Gesamtmasse pro Volumen Luft.

Dass dieser Wert jedoch für Aussagen und Empfehlungen über die Gefahren der Luftverschmutzung unzureichend ist, zeigt eine Studie der Staubbelastung der Luft im südlich von Magdeburg gelegenen Hettstedt. Die Stadt hat eine Jahrhunderte alte Tradition im Bergbau und Hüttenwesen, vor allem für Kupfer. War sie bis in die 90er Jahre stark verschmutzt, ist die Industrie in den vergangenen zehn Jahren umfangreich saniert worden: Die Staubkonzentration konnte auf das Niveau der umliegenden Regionen gesenkt werden. Dennoch leiden in Hettstedt bis heute bedeutend mehr Kinder an Asthma als im gut fünfzig Kilometer entfernten, eher ländlichen Zerbst.

Am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM konnten die Mediziner nachweisen, dass die metallhaltigen Stäube aus Hettstedt deutlich stärkere Entzündungen hervorriefen als solche aus Zerbst. "Entscheidend ist nicht nur die Quantität des Staubs, sondern auch seine Qualität, also etwa der Metallgehalt", fasst Abteilungsleiter Professor Norbert Krug die Ergebnisse zusammen. "Außerdem konnten wir erstmals Entzündungsreaktionen bei einer so niedrigen und für die Umwelt realistischen Partikelmenge nachweisen." Jetzt sollen die Erkenntnisse in die gegenwärtigen Diskussion um Staubgrenzwerte in der EU einfließen.

WANC 14.12.04
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