Operation im Ausland: Billiger - aber wie sieht es mit der Haftung der Ärzte aus?
Behandlung im Ausland: Wirklich billiger?

Ob Brustvergrößerung, Zahnbehandlung oder Augenoperation: Immer mehr Deutsche lassen sich im Ausland behandeln. Immerhin liegen die Kosten um bis zu 80 Prozent unter denen in Deutschland. Jedoch ist die Behandlung nicht unproblematisch. Beim Misslingen oder Pfusch haben Patienten im Ausland eher Schwierigkeiten, ihre Ansprüche durchzusetzen.

Gefragt sind beispielsweise Augenoperationen nach der anerkannten LASIK-Methode, bei der mittels Laser Kurzsichtigkeit behoben werden kann. Die Behandlung in Deutschland kostet etwa 2.000 Euro pro Auge, während sie in Polen inklusive Flug und Unterkunft schon für 1.800 Euro für beide Augen erhältlich ist. Auch in der Türkei und Thailand wird das Verfahren angeboten. Experten weisen jedoch darauf hin, dass technisch veraltete Geräte und hygienische Mängel zu teuren Nachbehandlungen führen können.

Schönheitsoperationen bekommt man unter anderem in Osteuropa, Südafrika und Thailand zum Sparpreis. So kostet eine Brustvergrößerung in Polen 750 Euro statt 4.000 Euro in Deutschland und Fettabsaugen am Bauch 1.200 statt 3.000 Euro. Doch gerade bei Schönheits-OPs sind die Risiken besonders groß, da im Ausland teilweise mit problematischen Materialien wie Silikonöl als Faltenkiller gearbeitet wird, das zu erheblichen Hautschäden führen kann.

Bei Kassenleistungen (gesetzlich oder privat) sollte man sich von einem deutschen und einem ausländischen Arzt einen Heil- und Kostenplan geben lassen. Kosten im EU-Ausland übernimmt die Kasse in Höhe der in Deutschland üblichen Sätze, allerdings muss sie vor der Behandlung informiert werden. Besonders groß ist das Haftungsrisiko bei Privatleistungen wie Schönheits-OPs und Behandlungen, die nicht im EU-Ausland durchgeführt werden. Wird hier gepfuscht, müssen Betroffene alle Folgeoperationen und die Prozesskosten selbst zahlen, warnt Hartwig Meyer vom Berliner Verein Patientenschutz e.V.

WANC 16.12.04/VITAL

Schönheitsopera- tion: Komplika- tionen nicht verharmlosen

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