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Die Grenzwerte für Mobilfunk in Deutschland reichen aus, um die Bevölkerung zu schützen - sagt der Bundesumweltminister
Mobilfunk: Entwarnung für Gesundheitsrisiken?

Mobilfunk ist gesundheitsunschädlich. Insbesondere das Risiko für Krebs steigt dadurch nicht. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprogramms. Also alles easy, kein Problem? Obwohl immer wieder Studien auftauchen, die die Unbedenklichkeit des Mobilfunkes bestätigen, bleiben Unsicherheiten.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel konnte sich freuen: "Dieses breit angelegte Forschungsprogramm hat bestehende Befürchtungen zu möglichen Gesundheitsgefahren des Mobilfunks, die es in Teilen der Bevölkerung gibt, nicht bestätigt. Wir wissen jetzt sehr viel mehr über den Schutz der Grenzwerte. Wir werden aber trotzdem gezielt dort weiter forschen, wo wir noch Klärungsbedarf sehen. Das ist vor allem bei Kindern, die sehr empfindlich sind, der Fall und betrifft die Langzeitwirkungen bei Kindern und Erwachsenen."

Das sechsjährige Forschungsprogramms wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betreut. Das BfS und die Strahlenschutzkommission (SSK) haben übereinstimmend festgestellt, dass das Forschungsprogramm keine Erkenntnisse erbracht hat, die die geltenden Grenzwerte aus wissenschaftlicher Sicht in Frage stellen.
Auch konnten die zu Beginn des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms bestehenden Hinweise auf mögliche Risiken unterhalb der geltenden Grenzwerte nicht bestätigt werden. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern unterhalb der geltenden Grenzwerte und unspezifischen Gesundheitsbeschwerden wie z. B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen ("Elektrosensibilität") war nicht nachweisbar. Stellt das Umweltministerium fest: „In der Gesamtbewertung decken sich die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms mit denen anderer Forschungsprojekte aus dem Ausland.“

Also – Entwarnung, Zurücklehnen und keine Probleme? Irgendwie bleibt man skeptisch. Wie sind die Beschwerden vielen Menschen zu erklären, die ihre Handys benutzen? Alles Einbildung? Das Problem der Studien ist, dass sie nicht wirklich langfristig angelegt sind und dass die Zahl der untersuchten Menschen meist nicht ausreicht.

Das sieht auch das BfS so und stellt fest, dass es „kaum Untersuchungen zu den gesundheitlichen Langzeitauswirkungen des häufigen Gebrauchs von Mobiltelefonen gibt“. Und schon 2005 monierte das Amt, dass man eigentlich rund 250.000 Handynutzer europaweit beobachten müsste. Auf Deutschland würden dabei 50000 Nutzer entfallen. Doch diese Mengen sind anscheinend nicht zu bekommen. Beklagt das BfS: „Im Gegensatz zur  Teilnahmerate in zwei anderen Ländern von bis zu 43% war die Teilnahmerate in Deutschland mit 5% bzw. 12% jedoch extrem niedrig. Mit ein Grund für die niedrige Teilnahmerate in Deutschland war vor allem die sehr geringe Bereitschaft der angeschriebenen Bürger zur Teilnahme. Um in Deutschland eine Kohortenstudie mit 50.000 Handynutzern aufzustellen, müssten dementsprechend bei unveränderter Vorgehensweise über eine Million Personen angeschrieben werden. Dies ist generell nicht finanzierbar.“ Und dann: „Das BfS hat sich deshalb dazu entschieden, über das DMF eine Handykohortenstudie in Deutschland nicht durchzuführen.“

An anderer Stelle empfiehlt das BfS „aber weiterhin einen vorsichtigen Umgang mit dem Mobilfunk, da die Hinweise auf mögliche gesundheitliche Risiken noch nicht vollständig ausgeräumt werden können“.

Und die Strahlenschutzkommission stellte am 13.5.2008 fest: „Aus der Sicht des Strahlenschutzes ist jedoch festzustellen, dass im Bereich biologischer Wechselwirkungen ein einziges Forschungsprojekt allein selbst bei herausragender Qualität nicht in der Lage sein kann, eine wissenschaftliche Fragestellung endgültig zu klären. In diesem Sinn ist es verständlich, wenn trotz des Umstandes, dass die ursprünglichen Hinweise auf potenzielle gesundheitliche Wirkungen des Mobilfunks nicht bestätigt wurden, noch Forschungsbedarf gegeben bleibt. Die weiterhin dynamische Entwicklung neuer Funktechnologien und die Nutzung neuer Frequenzen und Übertragungsformen lassen darüber hinaus ebenfalls eine begleitende Forschung, Immissionskontrolle und Expositionsbeurteilung als sinnvoll erscheinen.“

WANC 18.06.08

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