Handy: Beim Verbindungsaufbau Abstand zum Ohr halten
Handy-Strahlung: Das Risiko bestimmen Sie selbst mit

Sind Handys nun gesundheitsschädlich oder nicht? Die Antwort darauf hängt anscheinend auch von Ihrem eigenen Verhalten ab. Denn sowohl das Netz, das Sie benutzen, wie Ihre Telefoniergewohnheiten haben Einfluß darauf, wie schädlich die Strahlung sich tatsächlich auswirkt.

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Handy-Strahlung verunsichert viele Verbraucher. Auch die seit einiger Zeit von den Herstellern veröffentlichte so genannte "Spezifische Absorptionsrate" (SAR), die Auskunft über die Strahlung der jeweiligen Geräte geben soll, hat die Unsicherheit nur verstärkt. Zudem ist der SAR-Wert, für den ein unbedenklicher Grenzwert von 2 Watt pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt wurde, eine praxisferne Angabe.

Das Telekommunikationsmagazin "connect" bietet seit drei Jahren mit dem "Strahlungsfaktor" eine Alternative. Der Wert bezieht im Gegensatz zur SAR auch die tatsächliche Sendeleistung in die Berechnung mit ein, die je nach Netzabdeckung schwankt. Doch viel wichtiger als die Auswahl eines bestimmten Handy-Modells ist nach Ansicht der Experten der vernünftige Umgang mit der Technik.

Man sollte möglichst nicht in fahrenden Zügen telefonieren, da das Handy dort oft mit maximaler Leistung sendet und selbst im Ruhezustand ständig auf Sendersuche ist. Das gilt auch für die Handy-Waggons. Außerdem empfiehlt sich, beim Verbindungsaufbau Abstand zum Ohr zu halten, bis das Gespräch zu Stande gekommen ist. Zur Vorbeugung sollten möglichst oft Headsets zum Einsatz kommen - beim Autofahren sind Freisprecheinrichtungen sowieso Pflicht.

So genannte Strahlenblocker zum Aufkleben auf die Antennen bewirken nichts: Im ungünstigsten Fall wird tatsächlich Strahlung absorbiert, was dann wiederum dazu führt, dass das Handy vom Netz angewiesen wird, mit höherer Leistung zu senden. Vermeiden sollte man trotz praktischem Westentaschenformat der aktuellen Modelle, die Geräte den ganzen Tag eingeschaltet am Körper zu tragen.

Kritisch beäugt werden derzeit auch die Mobilfunk-Basisstationen. Doch nur in unmittelbarerer Nähe zu einer Antenne - das heißt wenige Meter - wird der gesetzliche Grenzwert auch nur annähernd erreicht. Die Feldstärken durch Rundfunk- und TV-Sender sind offensichtlich oft höher als die Feldstärke, die auf Mobilfunk-Sendeanlagen zurückgeht. Auch eine Studie des Landesamtes für Umweltschutz Baden-Württemberg hat dies flächendeckend bestätigt, ebenso wie die Tatsache, dass die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten werden.

WANC 19.05.04

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