Unfälle im Straßenverkehr könnten bis 2020 den Schlaganfall und HIV als vermeidbare Todesursachen überholt haben
Unfälle im Straßenverkehr: Ein Gesundheitsproblem

Unfälle im Straßenverkehr sind nicht nur ein Problem von Verkehrswegen, Geschwindigkeiten und Autos. Sondern bei einer zunehmenden Zahl von Unfallofpern vor allem auch ein gesundheitliches. Denn als Ursache von Erkrankungen rangieren sie bereits an neunter Stelle.

Jedes Jahr sterben weltweit bei Unfällen im Straßenverkehr mehr als 1,2 Millionen Menschen. Zahlen der WHO und der Weltbank gehen zusätzlich von jährlich 50 Millionen Verletzten aus. Die aktuelle Studie warnt, dass Unfälle im Straßenverkehr bis 2020 den Schlaganfall und HIV als vermeidbare Todesursachen überholt haben könnten. Der Begriff "vermeidbare Todesfälle" wurde von der WHO geprägt und bezieht sich auf Todesursachen (innerhalb definierter Altersgruppen), die bei optimaler Versorgung als vermeidbar gelten.

Der Generaldirektor der WHO, Lee Jong-wook, erklärt, dass die Verkehrssicherheit zu oft als ein Transport- und nicht als Gesundheitsthema behandelt würde. Die Studie belegt, dass täglich mehr als 3.000 Menschen bei Unfällen umkommen. Die meisten Todesopfer sind zwischen 15 und 44 Jahre alt. Sollten nicht dringend erforderliche Maßnahmen gesetzt werden, könnte die Zahl der Todesopfer innerhalb der nächsten 16 Jahre um 60 Prozent ansteigen. Als am sichersten gelten die Straßen in Westeuropa mit durchschnittlich 11 Unfalltoten pro 100.000 Einwohner. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2003 auf Deutschlands Straßen 6.606 Menschen. Bei Unfällen verletzten sich zusätzlich mehr als 460.000 Menschen. In Afrika und dem östlichen Mittelmeerraum sterben 28,3 bzw. 26,3 Menschen pro 100.000 Einwohner auf den Straßen.

Vorhersagen beziffern den weltweiten Anstieg von Unfalltoten von 5.1 Millionen im Jahre 1990 auf 8,4 Millionen im Jahre 2020, wobei sich der prozentuale Anteil verkehrsbedingter Unfallfolgen weiter erhöhen dürfte. Gegenwärtig sind 2,2 Prozent der weltweiten Todesfälle aller Altersgruppen verkehrsunfallbedingt. Verletzungen durch Unfälle im Straßenverkehr, die weltweit an neunter Stelle der führenden Krankheitsursachen stehen, sind verantwortlich für 2,8 Prozent aller Todesfälle und schweren Behinderungen.

WANC 19.05.04/dgk

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