Rehabilitation: Am Anfang wenig, zum Schluß mehr Motivation
Reha: Keinen Bock, den Lebensstil zu ändern

Patienten, die medizinische Rehabilationsmaßnahmen mitmachen, sind nur wenig motiviert, ihren Lebensstil zu ändern. Ob die Reha schließlich ein Erfolg ist, wird unter anderem davon beeinflußt, ob die Patienten positive Erwartungen hegen.

Eine Arbeitsgruppe untersuchte die Motivation von chronisch kranken Patienten, sich im Verlauf der stationären Rehabilitation neue Verhaltensweisen anzueignen und langfristig beizubehalten. Dabei ging es um sportliche Aktivitäten, gesunde Ernährung und Entspannungstechniken. In die Fragebogen-Studie waren vorwiegend Rückenschmerzpatienten und Diabetiker einbezogen, in geringerem Umfang auch Herz-Kreislaufkranke.

Eine Vorauswertung mit rund 150 Probanden ergab, dass sich nur wenige Patienten beim Antritt der Reha dauerhaft gesundheitsbewusst verhalten. Weit über 80 Prozent hatten zum Beispiel nicht die Absicht, ihre Ernährung zu ändern, oder spielten höchstens gerade einmal mit dem Gedanken. Besser sieht es bei der Motivation zur körperlichen Aktivität aus: Hier hegte fast die Hälfte die Absicht, aktiv zu werden oder bereitete sich sogar schon konkret darauf vor.

Mittlerweile haben die Forscher insgesamt 1.200 Patienten aus drei Reha-Kliniken in Bad Kissingen befragt, wobei sich der zunächst festgestellte Trend bestätigte. In dieser Studie wird darüber hinaus ein fünfstündiges Programm zur Gesundheitsbildung hinsichtlich seiner motivationsfördernden Wirkung überprüft. Grundsätzlich wurde aber festgestellt, dass nach Ende der Reha-Maßnahme die Motivation gestärkt war, den Lebensstil zu ändern. Das Projekt läuft im Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbund Bayern (RFB), der an der Uni Würzburg angesiedelt ist.

Eine zweite Arbeitsgruppe untersuchte die Rehabilitationserwartungen und -ziele von über 1.000 Diabetikern. Sie befragten jeden Patienten vier Mal: Bei der Aufnahme in die Klinik, bei der Entlassung, dann noch einmal nach sechs und zwölf Monaten.

Dabei zeigte sich, dass die Reha-Erwartungen der Patienten mit den Ergebnissen der Rehabilitationsmaßnahmen in Zusammenhang stehen: Hegten die Patienten keine großen Erwartungen, so blieb auch der Reha-Erfolg gering und umgekehrt. Diese Studie habe gezeigt, so der Mediziner Klaus Schmidt von der Uni Gießen, dass man anhand der Erwartungen der Patienten den Erfolg der Reha richtiggehend vorhersagen kann.

WANC 28.07.04/idw
Bundesarbeits- gemeinschaft für Rehabilitation

BR online

HVBG

 
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