Ob traditionelle oder E-Zigarette - beide wirken sich negativ auf die Wundheilung aus  (Foto: obs/CLICKSMOKER/336ft GmbH)
Ob traditionelle oder E-Zigarette - beide wirken sich negativ auf die Wundheilung aus (Foto: obs/CLICKSMOKER/336ft GmbH)
Auch E-Zigaretten lassen die Wundheilung stocken

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz.) stuft Tabakrauch als Operationsrisiko ein. Rauchen stört die Prozesse  der Wundheilung auf mehrfache Weise und lässt die Infektionsgefahr steigen. Doch nun haben Mediziner entdeckt, dass E-Zigaretten die Wundheilung genauso negativ beeinflußt.

Die Wunden von Rauchern heilen schlechter als die von Nichtrauchern. Schon vor Jahren hat der Chirurg Dr. Lars Tue S¢rensen von der Universität Kopenhagen 140 Studien mit fast 480.000 Patienten ausgewertet. Das Ergebnis: Bei Rauchern war das Risiko für Nekrosen (Absterben von Gewebezellen) im Vergleich zu Nichtrauchern um das 3,6-Fache erhöht . Das Risiko für eine verzögerte Wundheilung und eine Wunddehiszenz (Auseinanderweichen der Wundränder) war um das 2-Fache und  das für Wundheilungskomplikationen um das 2,27-Fache erhöht.

Dem Dampfen von E-Zigaretten wird nachgesagt, dass es gesünder als herkömmliche Zigaretten sein soll. Doch ob das so auch stimmt, das ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Viele Gesundheitsexperten - wie das Bundesinstitut für Risikoforschung, das Deutsche Krebszentrum und das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung - schätzen E-Zigaretten mittlerweile so ein: Sie sind zwar weniger schädlich, aber deshalb längst nicht ungefährlich.

Am Boston Medical Center wurden nun in einem Experiment an Ratten das Rauchen von traditionellem Tabak, das Dampfen von E-Zigaretten und das Nichtrauchen gegeneinander getestet. Nach 30 Tagen unter Rauch, Dampf oder Nichtrauch wurde den Tieren ein Implantat auf dem Rücken eingesetzt.

Zwei Wochen nach dem chirurgischen Eingriff konnten die Ärzte bei 68,7% der Tabakzigaretten-Gruppe, bei 65,9% der E-Zigaretten-Gruppe und bei 50,8% der Nichtraucher-Gruppe Wundheilunsstörungen vor allem in Form von abgestorbenem Gewebe und Entzündungen feststellen. Auch der Umfang der Nekrose war in den beiden Rauchergruppen größer als in der Nichtrauchergruppe, unterschied sich zwischen E-Zigaretten und Tabakzigaretten aber kaum.

In Bezug auf die Wundheilung, sagen die Mediziner, bieten also E-Zigaretten im Vergleich zu traditionellen Zigaretten keine Vorteile. Insbesondere vor Operationen sollten deshalb E-Zigaretten genauso wie Tabak gemieden werden.

23.10.2018 cs / Quelle: JAMA Facial Plast Surg.

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