Energiesparlampen: Gefahren für die Gesundheit

Nach dem Willen der EU-Verwaltung hat die normale Glühbirne ausgedient. Jetzt kann man nur noch die sogenannten Energiesparlampen kaufen. Doch ob die wirklich Energie sparen, ist gar nicht sicher. Und der extreme Mehrpreis soll durch eine deutliche erhöhte Lebensdauer ausgeglichen werden. Auch daran bestehen Zweifel. Vor allem aber: Die Energiesparlampen sind gesundheitsgefährdend. Sie enthalten Quecksilber, das, wenn die Lampe zerbricht, vor allem Kinder schädigt.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat getestet. Es ließ Energiesparlampen – Fachleute sprechen von Kompaktleuchtstofflampen – zu Bruch gehen. Das Ergebnis: Die Quecksilber-Belastung steigt unmittelbar nach dem Bruch um das 20-fache über den Richtwert von 0,35 Mikrogramm/Kubikmeter für Innenräume. Im Fall des Falles hilft da nur intensives Lüften. Deshalb, so der Rat des UBA, sollten Kinder und Schwangere sich von zerbrochenen Energiesparlampen fernhalten.

Das UBA befürwortet dennoch Energiesparlampen, weil sie „die richtige und notwendige Energieeinsparung von bis zu 80% gegenüber Glühbirnen" ermöglichen. Weil die Gesundheitsrisiken aber nicht von der Hand zu weisen sind, sollten Verbraucherinnen und Verbrauchern in Kinderzimmern und an anderen Stellen nur Energiesparlampen mit einer Kunststoffummantelung oder anderen Schutzmaßnahmen gegen Zerbrechen verwenden.

Ob die Annahme des UBA bezüglich der Energieeinsparung stimmt, ist zumindest umstritten. Die Stiftung Warentest hat beispielsweise festgestellt, dass die Energiesparlampen mit der Zeit technisch bedingt an Helligkeit verlieren. Trotzdem bleibt ihr Stromverbrauch der gleiche – Energiesparlampen werden also mit der Zeit ineffizienter.

Und auch mit der Lebensdauer scheint es nicht so weit her zu sein. Stiftung Warentest ermittelte, dass fast jede zweite der geprüften Lampen nach weniger als 3.000 Stunden nur noch 80% der versprochenen Helligkeit erreichte. Manche kamen nicht einmal auf 1.000 Stunden. Das entspricht der Lebensdauer herkömmlicher Glühbirnen. Ein Großteil der Lampen fiel überdies bereits nach weniger als 6.000 Brennstunden ganz aus. Das sei, so die Stiftung, weit entfernt von den deklarierten Angaben auf der Verpackung. Da würden die Hersteller oft 10.000 Stunden und mehr versprechen.

Angesichts dieser Ungereimtheiten fordert der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv), dass die EU das Glühbirnen-Verbot aussetzen muss. Und mit Blick auf die Quecksilberwerte, die bis zu fünf Stunden lang zwanzig Mal höher sind als zulässig, wundert sich vzbv-Vorstand Gerd Billen: “Der Staat hat bei der Produktsicherheit offenbar geschlafen. Gab es vor dem Glühbirnen-Verbot keine Tests?"


Berliner Ärzteblatt 07.02.11/ Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband, Umwelt Bundesamt
 
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