Autoabgase verpesten die Luft mit Feinstaub, der der Gesundheit stark schadet (Foto: Gabi Eder/ pixelio.de)
Autoabgase verpesten die Luft mit Feinstaub, der der Gesundheit stark schadet (Foto: Gabi Eder/ pixelio.de)
Feinstaub: Grenzwerte schützen nicht

Feinstaub, dabei geht es um Partikel mit einer Größe von 10 Mikrometern, das sind 0,01 Millimeter. Bei manche beginnt Feinstaub aber erst aber einer Partikelgröße von 2,5 Mikrometern. Die EU hat Grenzwerte für Kleinstpartikel bis 2,5 Mikrometern und für solche bis 10 Mikrometern vorgegeben. Von feinsten Feinstäuben dürfen seit 2008 maximal 25 Mikrogramm (0,025 mg) pro Kubikmeter Luft nachgewiesen werden und von denen bis 10 Mikrometer großen bis zu 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Doch eine Studie belegt jetzt, dass diese Grenzwerte nicht schützen, weil es keinen Schwellenwert gibt, ab dem Feinstaub keine Gesundheitsgefahren bringt.

Feinstaub kann krank machen - sehr krank sogar. Feinstäube kommen z.B. von Autoabgasen, vom Bremsen, vom Abrieb der Reifen, von Emissionen aus Heizungen und der Industrie, aus Natur und Landwirtschaft sowie von Flugzeugen. Inzwischen weiß man, das Feinstaub für Husten, Atemnot, Allergien, Asthma, chronische Bronchitis, Staublunge, Lungenkrebs und -fibrose sowie Schäden an Herz und Kreislauf verantwortlich ist und die Sterblichkeit erhöht.

Dabei scheint erwiesen, dass je kleiner die Partikel sind, sie um so gefährlich sind. Ultrafeine Partikel - auch Nanopartikel genannt - haben eine Durchmesser von 0,01 Mikrometern. Sie gelangen ohne Hindernis direkt in die Lunge und ins Blut und können deshalb großen Schaden anrichten.

In einer Untersuchung wurden die Daten zu insgesamt 367.251 Personen aus 13 europäischen Ländern ausgewertet. In der Beobachtungszeit von 14 Jahren starben 29.076 Menschen eines "natürlichen" Todes. Dabei stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken oder zu sterben auch bei Partikelgrößen bis 20 Mikrometern anstieg. Und sie blieb auch erhöht, wenn die Partikelkonzentrationen in der Luft die europäischen Grenzwerte unterschritt.

Deutlich war aber, dass je kleiner die Partikel waren, das Risiko für Erkrankungen zunahm. Und je höher die Feinstaubbelastung ausfiel, desto mehr erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit zu sterben. So stieg die Sterbewahrscheinlichkeit mit der Belastung mit Feinstaub um 5 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft um 7%.

Die Wissenschaftler warnen nun davor, dass Feinstaub grundsätzlich die Sterblichkeit erhöht, selbst wenn sich die Werte innerhalb der von der EU vorgegebenen Grenzen bewegen. Einen Wert, ab dem es gefährlich wird, können sie auch nicht bestimmen. Auf jeden Fall sollte die Konzentration mit Feinstaub unter 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gehalten werden - je weniger, desto besser. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sagt, dass Menschen durch Luftverschmutzung durchschnittlich acht Monate ihres Lebens verlieren. In Großstädten mit viel Autoverkehr sind es sogar bis zu zwei Jahre.

Berliner Ärzteblatt 06.12.2013/ Quelle: The Lancet

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