Heiße Ohren durch Handys: Erhöht die Strahlung auch die Gefahr für Hirntumore? (Foto: Robert Müller / pixelio.de)
Heiße Ohren durch Handys: Erhöht die Strahlung auch die Gefahr für Hirntumore? (Foto: Robert Müller / pixelio.de)
Handystrahlung: Keine neuen Tumore, aber bestehende wachsen

Ob Handystrahlen Krebs auslösen oder nicht, darüber prallen die unterschiedlichen Meinungen vehement aufeinander. Das liegt auch daran, dass es Studien gibt, die Vorbehalte der Skeptiker stützen wie auch solche, die die Unbedenklichkeit belegen. Doch nun wurden Daten einer vom Bundesamt für Strahlenschutz in Auftrag gegebenen Untersuchung veröffentlicht, die nicht gerade für die Harmlosigkeit von Handys sprechen. Demnach sollen Handystrahlen bei bereits bestehenden Tumoren das Wachstum deutlich anregen.

Nachgewiesen wurde das - und das ist mit Sicherheit eine Schwäche dieser Studie - an Mäusen. Nun werden Mäuse häufig zu solchen Tests heran gezogen, weil sie in vielen Dingen vergleichbar mit dem Menschen reagieren. Aber auch, weil man derartige Tests an Menschen in dieser Form nicht durchführen kann und sie auch zu lange dauern würden, bis bewert- und belastbare Ergebnisse vorliegen. Deshalb also Mäuse.

Es zeigte sich, dass das Wachstum bereits vorliegender Tumore durch elektromagnetische Strahlung gefördert wurde. Die Tumorrate war in diesen Fällen deutlich erhöht, sagt  der Biologe Prof. Dr. Alexander Lerchl, Jacobs Universität Bremen.  Dieser Effekt stellte sich auch ein, selbst wenn die Feldstärke der Strahlen unterhalb der bestehenden Grenzwerte gelegen hatte. Mit deutlich erhöht umschreibt Lerche Werte von plus 25% bis plus 30% je nach Stärke der Strahlung. Besonders betroffen waren Tumore der Leber, der Lunge sowie des Lymphgewebes (Lymphome).

Lerchl findet in den Befunden allerdings keine Beleg dafür, dass durch Handynutzung Krebs verursacht wird. Mobilfunkfelder können die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken. "Für die Annahme, dass sie Krebs verursachen können, gibt es hingegen bislang keine Hinweise,“ meint er. Viel besser macht das die Ergebnisse aber nicht.

Berliner Ärzteblatt 16.03.2015/ Quelle: Biochemical and Biophysical Research Communications

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