Gesundheitsrisiko durch Laserdrucker: BAM sagt, keine Gefahr

Gemeldet wird es immer wieder. Auch die Medizinauskunft hat darüber berichtet: Laserdrucker sind eine Gesundheitsgefahr, weil sie Kleinstpartikel ausstoßen. Diese Partikel schädigen vor allem die Atemwege und die Lungenzellen. Doch nun hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) einen Test durchgeführt. Und dessen Ergebnisse sind laut BAM "nicht als besorgniserregend einzustufen". 

Durchgeführt hat das BAM in Berlin die Tests zusammen mit dem Institut und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin des Klinikums der LMU München an 23 gesunden Kontrollpersonen, 14 Personen mit leichtem Asthma sowie 15 Personen, die über Beschwerden beim Umgang mit Laserdruckern berichteten. Alle diese Personen wurden in einem speziellen Raum über jeweils 75 Minuten sowohl sehr hohen als auch sehr niedrigen Konzentrationen von ultrafeinen Partikeln ausgesetzt. Die dazu eingesetzten Laserdrucker wurden aufgrund ihrer Partikelemissionsraten sowie der chemischen Zusammensetzung und Größenverteilung der erzeugten Partikel aus einem Pool von Geräten vom BAM ausgewählt.

Während die Testpersonen dem Tonerstaub ausgesetzt wurden, wurden wichtige - funktionelle, biochemische, psychologischen und psychometrischenKennzahlen - ständig erfasst. Damit sollte möglichst viel von den Beschwerden abdeckt werden, die von betroffenen Personen typischerweise berichtet werden und anhand objektivierbarer Größen prüfbar sind. Die Messungen erfolgten jeweils vor sowie innerhalb eines Zeitraumes von etwa zwei Stunden Dauer nach den Expositionen.

Zu den Ergebnissen stellt das BAM fest: "Da die Studie ein Kurzzeitszenario abbildet, sind nur begrenzt Schlüsse auf eine Langzeitexposition erlaubt. Ebenso lässt sich keine Aussage darüber treffen, ob Auswirkungen auf Organsysteme bestehen, die in der Studie nicht untersucht wurden, oder verzögerte Effekte auftreten, die erst mit Tagen Abstand offenbar werden. Die Ergebnisse dieser Studie sind aus klinischer Perspektive nicht als besorgniserregend einzustufen. Sie sprechen nicht dafür, dass hohe Partikelbelastungen aus Laserdruckeremissionen einen Krankheitsprozess auf den Weg bringen, der dem Spektrum der berichteten, auf Laserdrucker zurückgeführten Erkrankungen entspricht."

Also Entwarnung? Na ja. Überraschend sind die jetzt veröffentlichten Ergebnisse schon. Denn erst im März 2013 wurde eine im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführte und unter Verschluss gehaltene Studie des BAM publik, in der zehn Laserdrucker getestet wurden. Die von der NDR Redaktion Markt (Beitrag: Gefährlicher Feinstaub aus Laserdruckern) aufgedeckten Ergebnisse belegen, dass im Durchschnitt pro Seite 2,37 Milliarden Teilchen ausgestoßen werden, dass diese Teilchen in die Luft gelangen und dass viele Drucker weitere giftige Substanzen wie Chrom, Eisen, Nickel, Silizium, Zink, Titan und Chrom verbreiten. Die Sendung weißt darauf hin, dass Studien belegen, dass die Partikel Lungenzellen schädigen können.

Interessant ist eine Meldung des Branchenverbandes Bitkom aus dem Jahr 2011. Darin wird auf eine Studie des es Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Instituts (WKI) Bezug genommen. Demnach stoßen Laserdrucksysteme "kaum Feinstaub oder Tonerpartikel aus. Bei den Emissionen ultrafeiner Partikel (UFP) handelt es sich überwiegend nicht um Feststoffe, sondern um verdampfbare Produkte." Das mag vielleicht so sein, doch auch in einer Druckschrift (Häufig gestellte Fragen/ FAQs zum Thema »Benutzersicherheit von Laserdruck- und Kopiersystemen«, September 2013) wird das Entstehen von ultrafeinen Partikeln beim Laserdruck nicht in Abrede gestellt. Allerdings wisse man noch nichts über die Eigenschaften und Zusammensetzung dieser Partikel. "Entsprechend gibt es keine belastbare wissenschaftliche Basis, um Gesundheitsrisiken durch UFP (Anm. d. R.: ultrafeine Partikel) bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von Laserdruck- und Kopiersystemen zu erwarten." Windelweicher geht es kaum noch.

Berliner Ärzteblatt 26.05.2014/ Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), 3sat, haufe.de,

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