Verkehrsunfälle durch Medikamente: Gefahren vor allem durch Schmerzmittel und Anitdepressiva

Medikamente am Steuer, das geht oft gar nicht. Denn viele Wirkstoffe beeinträchtigen die Fahrtauglichkeit des Patienten - so steht es zumindest in vielen Beipackzetteln. Insbesondere Schmerzmittel und Antidepressiva verringern die Reaktionszeit und setzen die Verkehrstüchtigkeit herab. Und das führt vermehrt zu Unfällen. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 3% aller Unfälle unter dem Einfluss von Medikamenten ausgelöst wurden.

Eine jetzt veröffentlichte Studie 5.183 Menschen, die in einen Verkehrsunfall verwickelt waren und deshalb vom Arzt behandelt werden mussten, mit 31.093 Autofahrern verglichen, die keinen Unfall mitgemacht hatten. Dabei zeigte sich deutlich, dass Leute, die ein Medikament eingenommen hatten, öfter einen Verkehrsunfall erlitten als die, die keine Medikamente verordnet bekommen hatten.

Die Untersuchung hat die Arten von Medikamenten bestimmt, die das Risiko für einen Verkehrsunfall erhöhen. Arzneimittel, bei denen der Zusammenhang zwischen der Einnahme und einem Unfall ganz deutlich sind: Benzodiazepine (Schlafmittel), trizyklische Antidepressiva (Präparate zur Behandlung von Depressionen - Stimmungsaufheller) sowie Zolpidem, Zolpiclon und Zaleplon (Schlafmittel). Bei selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI - Mittel gegen Depressionen) war der Zusammenhang nicht so deutlich. Antipsychotika (Medikament zur Behandlung von Psychosen, beruhigen) trugen dagegen keine vermehrte Gefahr, dass Patienten eine Verkehrsunfall verursachten.

Bei den Medikamenten, die die Verkehrstüchtigkeit negativ beeinflussen, war die Dauer der Verschreibung im übrigen unerheblich. Schon nur einen Tag eingenommen, stieg das Unfallrisiko. Die Höhe der Dosis des jeweiligen Medikamentes wirkte sich stark auf das Risiko aus: Je höher die Dosierung, desto höher lag auch die Gefährdung.

Berliner Ärzteblatt 18.09.2012/ Quelle: British Journal of Clinical Pharmacology, DOI: 10.1111/j.1365-2125.1989.tb03505.x
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