Selbst im Trinkwasser können sehr geringe Konzentrationen von Arzneimittelstoffen enthalten sein (Foto: stck.xchng Image ID: 1377703 )
Selbst im Trinkwasser können sehr geringe Konzentrationen von Arzneimittelstoffen enthalten sein (Foto: stck.xchng Image ID: 1377703 )
Altarzneimittel im Wasser: Nicht nur problematisch für die Umwelt

Das ist die Realität: Jeden Tag werden mehrere Tonnen Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt gespült - ob durch menschliche Ausscheidung oder durch unsachgemäße Entsorgung von Altmedikamenten über die Toilette. Und auch das ist Realität: In deutschen Gewässern und Böden lassen sich diese Medikamentenrückstände immer häufiger nachweisen. Das ist nicht nur für die Umwelt eine Katastrophe, es könnte auch für den Menschen gefährlich werden. Erforscht ist das aber noch kaum. Experten warnen vor einer Zeitbombe.


Vorkommen und Auswirkungen von Arzneimitteln in der Umwelt werden nach Meinung des Umweltbundesamtes (UBA) unterschätzt. Wegen des demografischen Wandels unserer Gesellschaft werde die Konzentration von Humanarzneimitteln in der Umwelt vermutlich noch weiter zunehmen. Deshalb müsse ein Umweltmonitoring für Arzneimittel eingeführt werden. Das solle bereits im Zulassungsprozess für Medikamente verankert werden. Von den 156 in Deutschland in verschiedenen Umweltmedien nachgewiesenen Arzneimittelwirkstoffen wurden 24 mit hoher Priorität eingestuft. Das bedeutet, dass diese Stoffe ein hohes Potential haben, Umweltorganismen zu schädigen. Einer dieser Wirkstoffe ist das weit verbreitete Schmerzmittel „Diclofenac“, welches Nierenschäden in Fischen hervorrufen kann und mittlerweile in sehr vielen Gewässern zu finden ist. Es steht deshalb auch auf der EU-Kandidatenliste für neue so genannte prioritäre Stoffe zur EG-Wasserrahmenrichtlinie.
 
Arzneimittel gelangen hauptsächlich mit dem häuslichen Abwasser in die Umwelt. Die meisten Stoffe werden nach der Einnahme – oft unverändert – wieder ausgeschieden. Schätzungsweise mehrere hundert Tonnen pro Jahr nicht verbrauchter Medikamente entsorgen viele Bürger unsachgemäß direkt über Spüle oder Toilette. Ein Problem sind nach Ansicht von Experten auch die Rückstände in den Abwässern der Pharmaunternehmen. Da viele Kläranlagen heute noch nicht in der Lage sind, alle Stoffe rückstandslos abzubauen oder zurückzuhalten, erreicht der Rest, wenn auch stark verdünnt, die Flüsse und kann dort besonders empfindliche Organismen wie Fische dauerhaft schädigen. Um gezielt Minderungsmaßnahmen bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen ergreifen zu können, muss die Belastungssituation mit solchen Problemsubstanzen jetzt identifiziert werden.
 
Mögliche Gefahren werden durch den Wasserhahn zurück gespült. Selbst im Trinkwasser können sehr geringe Konzentrationen von Arzneimittelstoffen enthalten sein. Pro Liter Wasser handelt sich dabei um Bruchteile von Mikrogramm. Das UBA hält diese Arzneimittelspuren trinkwasserhygienisch zwar für unerwünscht, für den Menschen bestehe dadurch aber keine Gesundheitsgefahr. Tatsächlich sind die Zusammenhänge kaum erforscht - insbesondere was die Risikobewertung für die Gesundheit des Menschen betrifft. Im Fischreich weiß man aber, dass hormonelle wirksame Substanzen im Wasser die Fortpflanzung beeinflussen. Eine italienische Studie aus dem Jahr 2006 (Environ. Sci. Technol., 2006, 40 (7), pp 2442–2447 DOI: 10.1021) besagt allerdings, dass medikamentengeschwängertes Trinkwaser die Reproduktion von Zellen in menschlichen Embryos zum Stillstand brachte.

Der Jahresbericht des US-amerikanischen Krebsausschusses hat 2010 festgestellt, dass Arzneimittel eine erhebliche Quelle der Umweltverschmutzung geworden sind. Substanzen aller Arten werden in die Wasserversorgung eingespeist, wenn sie entweder ausgeschieden oder falsch entsorgt werden; die Auswirkungen auf die Gesundheit bei längerer Belastung durch unterschiedliche Mischungen dieser Substanzen sei unbekannt.

wanc 15.02.2012/ Quelle: Umweltbundesamt
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