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Auch im Alter kann das Gehirn noch wachsen: Es braucht aber ständiges Training
Gehirn: Wächst auch im Alter

Auch mit 60 Jahren ist das menschliche Gehirn noch in der Lage, beim Erlernen neuer Aufgaben zu wachsen. Bisher ging man davon eigentlich davon aus, dass das Wachstum des Gehirns mit dem 20. Lebensjahr abgeschlossen ist.

"Nach der Lernphase konnten wir bei allen eine Zunahme der grauen Substanz im visuellen Assoziationscortex feststellen", erläutert Arne May, Professor am Institut für Systemische Neurowissenschaften am Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf (UKE). Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegungen im Raum wahrzunehmen. Für die Studie erlernten 44 Personen im Alter zwischen 50 und 67 Jahren binnen drei Monaten jonglieren.

Was sich jedoch genau in der aus Zellen bestehenden grauen Massen verändert hat, konnten die Forscher nicht mit abschließender Sicherheit sagen. "Am wahrscheinlichsten ist aber, dass zwischen einzelnen Zellen neue Synopsen aufgebaut worden sind", vermutet May. Dies könne mit dem blitzschnellen Aufbau von Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszugstrecken zwischen Städten verglichen werden. Mit Hilfe dieser sei eine erheblich schnellere Kommunikation zwischen den einzelnen Zellen möglich.

Neben der Zunahme im visuellen Assoziationscortex stellten die Forscher zudem eine Vergrößerung im Gehirn fest, der für das Lernen verantwortlich ist. "Das zeigt, dass das menschliche Gehirn auch im höheren Alter noch in der Lage ist, neuen Speicherplatz für neu Erlerntes zur Verfügung zu stellen", sagt May. Neben dem positiven Lerneffekt hoben die Wissenschaftler aber auch hervor, dass sich das Gehirn wiederum verkleinere, wenn kein gezieltes Training des Gehirns mehr stattfinde. "Wir können nur dazu raten, sich ständig mental fit zu halten, um diesem Effekt entgegenzuwirken."

Inwieweit diese Erkenntnisse auch Kranken helfen, ist noch unklar. "Ich persönlich glaube, dass es bei Schlaganfällen nicht genügt, Patienten zwei Wochen Rehabilitation zu verschreiben und sie dann auf Medikamente einzustellen. Es muss kontinuierlich mit ihnen weiter trainiert werden, damit andere Gehirnregionen alte Aufgaben übernehmen können", sagt May.

Langfristig hoffen die Hamburger Neurologen auf weitere Einsatzgebiete. "Sollte es uns gelingen zu verstehen, wie einzelne Zellen untereinander in Interaktion treten und Aufgaben übernehmen, könnten wir dies gezielt steuern. Daraus könnte theoretich eine wirksame Behandlungsmethode für Traumapatienten oder gegen Multiple-Sklerose entstehen", meint May. Denn bei diesen Erkrankungen kommt es zu Ausfällen von teilweise ganzen Gehirnregionen.

WANC 22.07.08

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