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Wie der Darm mit dem Gehirn kommuniziert: Darmbakterien besitzen mit dem Formiatkanal FocA ein spezielles Transportprotein, welches Formiat, das negativ geladene Ion der Ameisensäure, und andere Ionen über die Zellmembran der Bakterien transportiert (Foto: Universität Freiburg)
Wie der Darm mit dem Gehirn kommuniziert: Darmbakterien besitzen mit dem Formiatkanal FocA ein spezielles Transportprotein, welches Formiat, das negativ geladene Ion der Ameisensäure, und andere Ionen über die Zellmembran der Bakterien transportiert (Foto: Universität Freiburg)
Darmflora kann Entstehen von Alzheimer beeinflussen

Unsere Darmflora ist wie ein eigenes Ökosystem. Etwa 100 Mio. unterschiedliche Bakterien kümmern sich um die Verdauung, extrahieren  Vitamine und unterstützen das Immunsystem. Funktioniert dieses Ökosystem nicht richtig oder kommt aus dem Gleichgewicht, dann leidet unsere Gesundheit: Allergien, Infekte, Rheuma und Übergewicht können die Folge sein. Wissenschaftler aus Schweden, der Schweiz und Deutschland haben nun Laborstudien durchgeführt, deren Ergebnisse nahelegen, dass die Darmflora auch das Alzheimerrisiko beeinflusst.

Wie sehr Darm und Gehirn zusammenhängen, haben Neurologen der Universität Freiburg schon 2015 beschrieben. Demnach beeinflussen Darmbakterien beeinflusst lebenslang die Immunabwehr des Gehirns und damit möglicherweise auch den Verlauf von Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Multipler Sklerose. Die Funktion von Fresszellen des Gehirns, so genannte Mikroglia, werden durch Abbauprodukte von Darmbakterien gesteuert. Insbesondere bei der Zersetzung von Ballaststoffen produzieren Bakterien kurzkettige Fettsäuren, die für die korrekte Funktion der Mikroglia benötigt werden. 

Mikroglia werden auch Gehirn-Makrophagen genannt. Sie beseitigen eingedrungene Keime und abgestorbene Nervenzellen und sind an der lebenslangen Formbarkeit des Gehirns beteiligt. Fehlgesteuerte Mikroglia-Zellen spielen bei mehreren Hirnerkrankungen eine Rolle. Schlussfolgerung: Ohne Darmbakterien verkümmern die Immunzellen des Gehirns.

Bei den jetzt durchgeführten Versuchen stellten die Wissenschaftler fest, dass Mäuse mit Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn, das gilt als ein Grund für Alzheimer, eine völlig von gesunden Mäusen unterschiedliche Darmflora aufwiesen. Wenn gesunde Mäuse mit der Darmflora von Alzheimermäusen geimpft wurden, entwickelten auch sie Ablagerungen im Gehirn. Aus diesen Ergebnissen schließen Mediziner, dass bei neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer man möglicherweise eine Therapie im Darm ansetzen müsste. Die richtige Zusammensetzung der Darmflora könnte dabei helfen, das Voranschreiten von Alzheimer zumindest zu verlangsamen, vielleicht sogar aufzuhalten. 

cs 22.2.2017/ Quelle: Scientific Reports

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