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Warum manche Menschen lange leben, hat auch etwas damit zu tun, wie ihre Gene das Auftreten chronischer Krankheiten verhindern (Foto: Jerzy Sawluk/ pixelio.de)
Warum manche Menschen lange leben, hat auch etwas damit zu tun, wie ihre Gene das Auftreten chronischer Krankheiten verhindern (Foto: Jerzy Sawluk/ pixelio.de)
Die Formel für langes Leben

Was macht es eigentlich aus, dass einige Menschen lange leben und andere eben nicht. Die Kardinalfrage dabei lautet: Sind es die Gene, die uns ein langes Leben bescheren oder ist es vielmehr unser Lebensstil - also vor allem Ernährung, Bewegung und Rauchen, der die Alterung beeinflusst? Wahrscheinlich ist, dass beide Standpunkte Recht haben, also beide Erklärungsversuche einen Teil der Wahrheit abdecken. Eine neue Variante liefern jetzt Biologen und Mediziner der kalifornischen Stanford Universität und der Universitäten von New York, Mailand, Florenz und Bologna. Sie sagen, dass ein langes Leben vor allem davon abhängt, ob man chronische Erkrankungen vermeiden kann.

Die Auseinandersetzung, ob es nun die Gene oder das gesunde Verhalten eines Menschen sind, die über die Dauer des Lebens entscheiden, haben manche sogar zu berechnen versucht. Ein Ergebnis ist, dass Gene etwa 30% und der Lebensstil 70% der Langlebigkeit ausmachen. Bei den Untersuchungen des Geneinflusses sind verschiedene Forscher auf das sogenannte Methusalem-Gen gestoßen. Dieses einzelne Gen - es nennt sich APOE (Apolipoprotein-e4-Allels)-Gen und ist als genetischer Risikofaktor für Alzheimer bekannt - mischt auch bei hohen Blutfettwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit.

Kirsten Fortney, die die Untersuchung geleitet hat, ist mit ihren Kollegen auf fünf Gene gestoßen, die mit Krankheiten zusammenhängen, die das frühzeitige Altern beschleunigen. Diese Gene - wobei es um die richtigen oder falschen Varianten der Gene geht - sind an verschiedenen Alterungs- und Krankheitsprozessen beteiligt: beispielsweise bei der Zellenalterung (Seneszenz), Autoimmunität (krankhafte Reaktion des Immunsystems gegen den eigenen Körper) und der Signalverarbeitung durch unsere Zellen. 

1. Das APOE-Gen/TOMM40-Gen: Diese beiden Gene haben Auswirkungen auf die Alzheimerkrankheit, altersbedingte Makuladegeneration (altersbedingte Erkrankung der Augennetzhaut, die zu starken Seheinschränkungen bis zur Blindheit führen können), koronare Herzkrankheit oder einen hohen Cholesterinwert.

2. CDKN2B/ANRIL. Die "falsche" Variante dieser Gene lässt eher Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ 2-Diabetes, intrakranielle Aneurysmen (Schwachstellen von Gefäßen, die platzen können und z.B. zu Gehirnblutungen führen), eine amyotrophe Lateral­sklerose (ALS - nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems)und einige Krebserkrankungen entstehen.

3. ABO. Dieses Gen sorgt dafür, dass Menschen die Blutgruppe 0 haben, die sich bei Hundertjährigen häufig findet. Sie soll vor koronarer Herzkrankheit, Krebs und einem hohen Cholesterinspiegel schützen.

4. SH2B3 und ATXN2. Die "richtigen" Varianten schützen vor Lungen- und Pankreaskrebs, koronarer Herzkrankheit, hohem Blutdruck, Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) und rheumatoider Arthritis. 

5. HLA-DR/HLA-DQ. Das humane Leukozytenantigen-System (HLA-System) soll für mehr als 40 unterschiedlichen Erkrankungen mitverantwortlich sein, darunter Narkolepsie (Schlafkrankheit), rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, neurologische Erkrankungen, die zu Muskelschwäche führen und hohe Cholesterinwerte. 

Das Entscheidende an den Ergebnissen ist, dass Langlebigkeit ganz eng mit der genetischen Vorprogrammierung für chronische Krankheiten verbunden ist. Das bedeutet, dass mit dem Ausbleiben bestimmter "falscher" Genvarianten oder mit dem Vorhandensein bestimmter "richtiger" Genvarianten, das Risiko für chronische Erkrankungen sinkt und damit die Chance für ein langes Leben steigt. Wie hoch allerdings der Einfluss der einzelnen Genen auf die Langlebigkeit tatsächlich ist, lässt sich aus den Untersuchungen kaum entnehmen. Es scheint aber so zu sein, dass jedes Gen einzeln nur einen geringen Einfluss hat, alle fünf Gene aber zusammen genommen, einen hohen. 

22.12.2015/ Quelle: PLOS Genetics

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