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Rauchen vermindert die Lebenszeit um bis zu neun Jahre (Foto: Benjamin Thorn/pixelio.de)
Rauchen vermindert die Lebenszeit um bis zu neun Jahre (Foto: Benjamin Thorn/pixelio.de)
Rauchen kostet die meisten Lebensjahre

Wer sich darüber Gedanken macht, möglichst lange zu leben, dem liefert das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) nun deutliche Hinweise, mit welchem Verhalten er Lebensjahre riskiert. Das DKFZ hat errechneten, wie viele Jahre jedes einzelne Risikoverhalten von der durchschnittlichen Lebenserwartung eines heute Vierzigjährigen raubt und welche Auswirkungen die Kombination von Risiken hat. Dabei hat sich Rauchen als der größte einzelne Räuber von Lebenszeit bewiesen.

Im Grunde weiß ja jeder von uns, was gesund ist und was nicht. Auf jeden Fall ungesund ist es starkes Übergewicht zu haben, sich nicht zu bewegen, viel Alkohol zu trinken und ordentlich Zigaretten zu qualmen. Wer alles dieses nicht tut, lebt einfach länger. Die Wissenschaftler haben errechnet, dass auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten, dazu nur wenig rotes Fleisch und Wurst zu essen und auf ein normales Gewicht zu achten, ein bis zu 17 Jahre längeres Leben bedeutet.

Oder anders ausgedrückt: Das günstigste Risikoprofil und damit die größte Lebenserwartung hatten Nichtraucher und Nichtraucherinnen mit einem Body Mass Index zwischen 22,5 und 24,9, die wenig Alkohol tranken, körperlich aktiv waren und wenig rotes Fleisch, dafür aber viel Obst und Gemüse aßen: Diese Menschen dürfen sich im Alter von 40 auf 47,5 (Männer) bzw. sogar 48,7 weitere Lebensjahre (Frauen) freuen. Dazu wurden die Daten von 13.612 Frauen und 11.928 Männern seit 1994 ausgewertet. Zum Start der Erhebung waren die meisten rund 40 Jahre alt.

Die meiste Lebenszeit kostet es, zu rauchen. Raucht ein Mann über zehn Zigaretten pro Tag, so verliert er ganze 9,4 Jahre an Lebenserwartung, eine Frau 7,3 Jahre. Auch ein moderater Konsum von weniger als zehn Zigaretten pro Tag reduziert die Lebenserwartung bei beiden Geschlechtern immer noch um etwa fünf Jahre.

Weitere Lebensstilfaktoren, die zu einem deutlichen Verlust an zu erwartenden Lebensjahren führen, sind: Adipositas (3,1/3,2 Jahre), starker Alkoholkonsum - mehr als vier Drinks/Tag - (3,1 Jahr, nur Männer) bzw. hoher Verzehr an rotem Fleisch (2,4 Jahre Frauen, 1,4 Jahre Männer). Aber auch ein Body Mass Index unter 22,5 kg/m2 verringert die Lebenszeit (3,5 Jahre Männer, 2,1 Jahre Frauen). Im übrigen: Die Studie zeigt auf, dass ein moderater Genuss von Alkohol - das sind ein bis zwei Drinks pro Tag bei Frauen und zwei bis vier Drinks pro Tag für Männer - sogar verlängern kann: um bis zu 18%.

Ein Mangel an körperlicher Aktivität machte sich nicht durch einen signifikanten Verlust an Lebenserwartung bemerkbar. Das sehen andere Studie anders. Die sagen nämlich, dass Bewegung das Leben deutlich verlängert und zwar je mehr Bewegung, desto mehr gewonnene Lebensjahre. Eine Studie aus dem Jahr 2012 hatte zum Ergebnis, dass 75 Minuten flottes Gehen pro Woche, 1,8 Jahre längeres Leben bringen. Wer 450 Minuten in der Woche in raschem Tempo marschierte, gewann sogar 4,5 Jahre.

Eine Kombination dieser riskanten Lebensstilfaktoren bringt weitreichende Effekte mit sich: So büßt ein adipöser starker Raucher, der viel trinkt und viel rotes Fleisch verzehrt, gegenüber dem Mitmenschen mit günstigstem Risikoprofil bis zu 17 Jahre an Lebenserwartung ein. Bei einer Frau sind es 13,9 Jahre.

Berliner Ärzteblatt 13.08.2014/ Quelle: BMC Medicine 2014

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