Wer Spaß am Leben hat, lebt länger
 

Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung dürfen sich über ein längeres Leben freuen. Lebensgenuss scheint die Sterblichkeit zu verringern, belegt eine neue Studie. Demnach führt Freude am Leben über einen längeren Zeitraum zu einem geringeren Risiko, vorzeitig zu versterben.

Optimismus kann eine Überlebensstrategie sein. Wer positive Gedanken hat, lebt länger und gesünder. Das hat bereits eine 2013 veröffentlichte Untersuchung der Universität von Pittburgh an 97.253 gesunden Frauen belegt. Pessimistinnen erkrankten viel häufiger an koronaren Herzkrankheiten als die Optimistinnen. Die Universität von Illinois hat 2015 Daten von 5134 Frauen und Männern im Alter zwischen 52 und 84 Jahren ausgewertet. Menschen mit einer optimistischen Lebenseinstellung verfügten doppelt so häufig über eine ideale Herz-Kreislauf-Gesundheit wie diejeinigen, die eher besorgt ihr Leben führten. Bei den Optimisten lag das Risiko für einen Schlaganfall um 8% niedriger und das bedeutete deutlich weniger Todesfälle. Finnische Mediziner haben  2267 Menschen - Alter zwischen 52 und 76 Jahren - elf Jahre beobachtet.  Die am pessimistischsten eingestellten Frauen und Männer starben mit einer mehr als doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit, als die am wenigsten pessimistischen. 

Wie sich ein länger andauerndes Wohlbefinden und Zufriedenheit auf unser Leben auswirkt, hat nun eine Studie der Universität College London ermittelt. Zwischen 2002 und 2013 wurde bei 9365 Frauen und Männern, Alter über 50 Jahre - duchschnittlich 63 Jahre, in regelmäßigen Abständen von zwei Jahren das subjektive Wohlbefinden und das Maß der Lebensfreude abgefragt. 24% (2264) der Studienteilnehmer berichteten von keinem Genuss am Leben. Insgesamt gaben 34% (3205) der Menschen eine hohe Lebensfreude zu Protokoll. Während der Untersuchung wurden 1310 Todesfälle verzeichnet. 

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Glücklichsein mit seinem Leben die Sterbewahrscheinlichkeit senkte - und zwar je mehr Lebensgenuss die Menschen empfanden, desto höher war die positive Auswirkung. Berichteten die Befragten z.B. bei zwei Erhebungen von einer Freude am Leben, sank die Sterbewahrscheinlichkeit gegenüber denjenigen, die pessimistisch eingestellt waren, um durchschnittlich 17% - die Quote rangierte zwischen 1% und 30%. Sagten die Befragten aber dreimal, dass sie voller Lebensfreude waren, dann verminderte sich die Sterbewahrscheinlichkeit im Durchschnitt um 24% - zwischen 11% und 36%. 

Die Wissenschaftler betonen, dass der lebensverlängernder Einfluß einer optimistischen Lebenseinstellung bei einem längeren Andauern viel deutlicher wird, als wenn man dies nur auf eine bestimmte Situation bezieht. Was die Selbsteinschätzung des Wohlbefindens betrifft, so setze sich dieses Gefühl aus mehreren Teilen zusammen: dem Gefühl von Glücklichsein und Freude, der Zufriedenheit mit dem Leben sowie der Einschätzung vom Sinn und Zweck des Lebens. Außerdem sei das Maß von sozialen Beziehungen sowie der Vitalität sehr wichtig für eine gesteigerte Lebensfreude und damit für ein längeres Leben. 

15.12.2016/ Quelle: BMJ 2016





Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/home/artikel/wohlfuehlen/Anti-Aging/lebensfreude-15-12-16.php