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Wer gesund lebt, lebt länger

Unser Lebenswandel hat direkten Einfluss darauf, wie gesund und wie lange wir leben. Diese Erkenntnis ist längst nicht so alt, wie sie es eigentlich sein sollte. Doch nun haben Mediziner der Universität Zürich einmal genau nachgerechnet, was gesundes Leben eigentlich in Lebensjahren bedeutet. Dabei hat sich deutlich gezeigt: Frische Früchte, viel Bewegung, wenig Alkohol und keinen Zigaretten verlängern das Leben. Und zwar um mehrere Jahre.

Die Mediziner haben sich in ihrer Untersuchung denn auch auf die durch den Lebenswandel beeinflussbaren Risikofaktoren Ernährung, Bewegung, Alkohol und Rauchen konzentriert. Grundsätzlich erhöht sich bei Vorliegen aller vier Risikofaktoren das Sterberisiko um das 2,5-fache. Das bedeutet: Ein heute 65-jähriger, der raucht, trinkt, sich ungesund ernährt und wenig bewegt, wird nur noch mit 67%iger Wahrscheinlichkeit die nächsten 10 Jahre erleben, bei einer Frau liegt die Wahrscheinlichkeit bei 77%. Oder anders ausgedrückt: Ein heute 75-jähriger Mann oder eine gleichaltrige Frau, die weder rauchen noch viel trinken, sich viel bewegen und Früchte verzehren, haben eine genauso hohe Wahrscheinlichkeit, die nächsten 10 Jahre noch zu erleben, wie die 65-jährigen Risiko-Personen.

Die Studie fasst die Auswirkungen von Verhaltensfaktoren auf die Lebenserwartung also in Zahlen. Erstautorin Eva Martin-Diener vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Zürich bewertet das so: «Ein gesunder Lebensstil kann einen zehn Jahre jünger erhalten.» Wer rauche, viel trinke, sich nicht bewege und sich ungesund ernähre, weise epidemiologisch betrachtet ein 2,5-faches Sterblichkeitsrisiko gegenüber jemandem auf, der auf die Gesundheit achtet.

In der Studie wurden die erstmals aus der Zeit von 1977 bis 1993 und dann bis 2008 erhobenen Daten von 16.721 Frauen und Männern im Alter von 16-90 Jahre ausgewertet. Wie stark der Einfluss der vier Verhaltensweisen auf die Gesundheit ist, betont Martin-Diener: «Der Effekt jedes einzelnen Faktors auf die Lebenserwartung ist relativ gross.» Am schädlichsten jedoch scheint das Rauchen zu sein: Gegenüber einer Gruppe von Nichtrauchern haben Rauchende ein um 57 Prozent erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben.

Der Einfluss von ungesunder Ernährung, wenig Sport und Alkoholmissbrauch zeigt sich in einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko von je rund 15 Prozent. Besonders überrascht waren die Mediziner aber von der hohen Auswirkung bei der Kombination aller vier Risikofaktoren. So liegt die Wahrscheinlichkeit, die nächsten zehn Jahre zu überleben, bei einem 75-jährigen Mann mit allen Risikofaktoren zum Beispiel bei 35 Prozent, ohne Risikofaktoren bei 67 Prozent – bei einer Frau bei 47 beziehungsweise 74 Prozent.

Länger leben dank Früchten, viel Bewegung, wenig Alkohol und keinen Zigaretten (Quelle: Universität Zürich)
Länger leben dank Früchten, viel Bewegung, wenig Alkohol und keinen Zigaretten (Quelle: Universität Zürich)

Der ungesunde Lebenswandel präsentiert sich allerdings meist erst im Alter: Während bei den 45- bis 55-Jährigen viel Wein, Zigaretten, ungesunde Ernährung und Bewegungsfaulheit noch kaum Auswirkungen auf die Sterblichkeit zeigen, werden diese bei den 65- bis 75-Jährigen - wie die Berechnungen (siehe Bild) zeigen - schnell offensichtlich.

Berliner Ärzteblatt 08.07.2014/ Quelle: Preventive Medicine

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