Wellness
Anti-Aging
Schön sein
 
 

Studien sagen, dass Rauchen Frauen rund zehn und Männer rund acht Lebensjahre kostet (Foto: Stock photo)
Studien sagen, dass Rauchen Frauen rund zehn und Männer rund acht Lebensjahre kostet (Foto: Stock photo)
Wie viele Lebensjahre Rauchen tatsächlich kostet

Rauchen verkürzt die Lebenserwartung. Das sagen alle Studien, die zu dem Thema gemacht wurden. Doch um wie viele Jahre leben Raucher weniger? Die Aussagen variieren. Manche beziffern die Verringerung auf ein paar Jahre, andere auf bis zu 20 Jahre. Eine in Japan durchgeführte Studie belegt nun, dass die Zahl der verlorenen Lebensjahre doch erheblich ist. Sie zeigt auch, dass Menschen, die früh mit dem Rauchen anfangen, ihr Risiko stark senken, wenn sie vor dem 35. Lebensjahr wieder aufhören.

Untersucht wurden 27311 Männer und 40662 Frauen, die im Rahmen einer Befragung im Jahre 1950 Angaben zu ihren Rauchgwohnheiten gemacht hatten. In den späten 60ern wurden diese Personen erneut befragt. 74% der Männer und 13% der Frauen sagten, dass sie rauchen, 13% der Männer und 2% der Frauen gaben an, früher zwar geraucht zu haben, aber jetzt nicht mehr zu rauchen.  Mit zunehmender Dauer der Untersuchung verringerte sich die Zahl der aktiven Raucher. 25% der Männer und 5% der Frauen hatten mit dem Rauchen vor ihrem 20. Lebensjahr begonnen.

Dabei stellte sich heraus, dass Männer, die vor ihrem 20. Lebensjahr das Rauchen begonnen hatten, durchschnittlich 23 Zigaretten pro Tag rauchten, bei Frauen waren es 17 Zigaretten pro Tag. Von denjenigen, die immer noch rauchten, lag das Sterberisiko bei Männern um das 2,21-Fache und bei Frauen um das 2,61-Fache über dem von Niemalsrauchern. Die Lebenserwartung lag bei Männern um acht und bei Frauen um zehn Jahre niedriger als die von Nierauchern. Ermittelt hat die Studie, dass Männer, die zwischen 1920 und 1945 geboren wurden und vor dem 20. Lebensjahr das Rauchen begannen, zu 72% das 70. Lebensjahr erreichten. Bei den Nichtrauchern erreichte 72% aber das 78. Lebensjahr. Bei Frauen erreichten 79% der Raucherinnen das 70. Lebensjahr, bei den Nichtraucherinnen erreichten 79& das 80. Lebensjahr.

Das sind Werte, wie sie sich auch in ähnlichen Studien in Europa finden lassen. Kürzlich hatte eine Beobachtung allerdings ergeben, dass je früher jemand das Rauchen beginnt, noch mehr Lebensjahre einbüsst. Wer schon im Alter von 14 bis 15 Jahren zum ersten Mal zur Zigarette greift, verliert demnach sogar bis zu 20 Lebensjahre.

Die japanische Studie zeigt aber auch, dass sich bei Rauchern, die bis zum 35. Lebensjahr mit dem Rauchen aufhören, das Sterberisiko im Verlaufe der Jahre wieder fast an das der Nieraucher anglich. Wer das erst bis zum 45. Lebensjahr schaffte, hatte zwar noch ein erhöhtes Risiko, Lebensjahre zu verlieren, aber es war deutlich geringer als bei den immer noch Rauchenden. Die Studie hat darüber hinaus ermittelt, dass Raucher, die erst oberhalb ihres 30. Lebensjahres mit dem Rauchen beginnen, je nach Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten, ihr Sterberisiko zwar erhöhen. Aber liegt weit unter dem von Rauchern, die früh begonnen haben und immer noch Rauchen.


Berliner Ärzteblatt 25.10.2012/ Quelle: BMJ 2012;345:e7093 doi: 10.1136/bmj.e7093
Ungesunder Lebensstil raubt Lebensjahre

Rauchen: Schadet Frauen mehr als Männern

Rauchen und Passivrauchen gefährlicher als bisher angenommen

Wer mit dem Rauchen aufhört, nimmt zu: Dennoch ist der Rauchstopp gesünder

Rauchverbote: Weniger Herzinfarkte

 
Seite versenden  
Seite drucken