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Narbenbehandlung: Täglich mehrmals Creme einmassieren (Foto: ADK)
Behandlung von Narben: Möglichst unsichtbar machen

Narben in Folge von Operationen, Verletzungen oder Krankheiten zeugen von unschönen Erlebnissen. Viele stellen sich die Frage, wie man sie weg bekommt. Inzwischen gibt es verschiedene Behandlungsalternativen, die wenig dekorative Narben zumindest unauffällig machen können.

Die letzten Jahrzehnte waren geprägt vom Einsatz "volkstümlicher" Methoden wie Cremes, deren Hauptinhaltsstoff aus Zwiebeln gewonnen wird. "Weil es lange Zeit an Alternativen mangelte, musste bei der Behandlung zu Hause meist mehrmals täglich Creme in die Narbe einmassiert werden", erinnert sich Dr. Matthias Herbst, Dermatologe und Generalsekretär der ADK (Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e.V.).

Da die "unsichtbare" Narbe im Laufe der Zeit zum Schönheitsideal aller Narben wurde, erhielt die Narben-Behandlung aus ästhetischer Sicht einen immer höheren Stellenwert. Die Folge war vermehrte Wissenschaft und Forschung auf diesem Gebiet. "Seit 1990 wurden verstärkt Platten und Folien aus Silikon eingesetzt, die gut wirksam aber in der Anwendung umständlich waren", so Herbst.

Die Behandlung mit Silikon über zwei bis vier Monate führt dazu, dass die Narbe kleiner und blasser, weicher und glatter wird. Ebenso vermindert sich der störende Juckreiz und die Schmerzen. "Weiter kamen synthetische Pflaster auf den Markt und das jüngste Silikon-Produkt ist als Gel erhältlich", erklärt Herbst. "Die gute Wirksamkeit der Silikonpräparate beruht auf demselben Prinzip, ein Gel jedoch ist am leichtesten anzuwenden".

Insbesondere bei Narben an gut sichtbaren Stellen wie Gesicht oder Dekolleté bietet ein Gel Vorteile, denn es kann auch überschminkt werden. Bei großflächigen Narben sollte ein Arzt beurteilen, ob Pflaster, Folie oder Gel angebracht ist.

Unabhängig von der Behandlungsform muss eines klar sein: "Wegzaubern lässt sich eine Narbe nicht. Und damit das Ergebnis stimmt, ist viel Geduld und tägliche Aufmerksamkeit gefragt", fasst Herbst zusammen.

Neben Narbenwülsten und Aknenarben, deren Behandlung unbedingt in ärztliche Hände gehören, entstehen die häufigsten Narben nach Operationen oder Verletzungen. Diese Narben können z.B. mit Silikon-Präparaten aus der Apotheke meist einfach zu Hause behandelt werden. "Eine Behandlung solcher Narben direkt nach Wundverschluss ist unbedingt empfehlenswert, denn sie können die Betroffenen sowohl psychisch als auch physisch beeinträchtigen", erklärt Herbst.

"In schweren Fällen kann die Narbe z.B. mittels Vereisungstherapie, Laser-Behandlung oder Unterspritzung mit Cortison behandelt werden", erläutert Herbst. "Auch die operative Entfernung der Narbe ist eine Option". All diese Methoden sind jedoch meist schmerzhaft und teuer. "Ein ausführliches Beratungsgespräch ist hier unbedingt nötig", so Herbst.

WANC 11.11.04
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