Wellness
Anti-Aging
Schön sein
 
 

Bräunende
Bräune: Besonders Jugendliche müssen aufpassen, dass sie nicht zu viel (künstliche) Sonne erwischen
Solarien: Vermehrt Verbrennungen bei Jugendlichen

Die Gesundheitsrisiken von Sonnenstudios werden kontrovers diskutiert. Bisher unterliegen die Studios auch keiner gesetzlichen Überwachung. Doch zunehmend werden Verbrennungen bei Jugendlichen festgestellt. Jetzt soll ein Nutzungsverbot her.

Die Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) hat Hautarztpraxen zu Verbrennungsfällen in Sonnenstudios befragt. Nicht ohne Grund: In Hamburg sind in den vergangenen eineinhalb Jahren vermehrt Verbrennungen in Sonnenstudios bekannt geworden. Betroffen waren davon besonders viele Jugendliche.

In über 85 Prozent der angeschriebenen Praxen (100 erhielten einen Fragebogen, 66 antworteten) sind Menschen mit Verbrennungen durch Solarien behandelt worden. Die von den Praxen genannten geschätzten Fallzahlen ergeben eine Spanne zwischen 158 und 390 für ganz Hamburg innerhalb eines Jahres. Der Mittelwert liegt bei 274 Fällen, wovon rund ein Drittel auf Jugendliche entfiel.

Knapp 90 Prozent der Dermatologen stufen das Problem allgemein als groß bzw. mittel ein. Die große Mehrheit von 92 Prozent hält die Bevölkerung nicht für ausreichend aufgeklärt und über 76 Prozent sprachen sich für ein Nutzungsverbot von Solarien für Jugendliche aus.

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Gesundheitssenatorin Birgit Schnieber-Jastram: „Diese Ergebnisse sind alarmierend. Sie zeigen deutlich einen Bedarf an stärkerer Aufklärung der Bevölkerung auf, um das Bewusstsein für die möglichen Risiken von Solarien und durch UV-Strahlung allgemein zu schärfen. Hier wird die Gesundheitsbehörde ihr entsprechendes Informationsangebot verstärken. Außerdem sehen wir uns in unseren Bemühungen gestärkt, die Jugendliche besser vor möglichen Gesundheitsrisiken zu schützen, indem wir für ein gesetzliches Nutzungsverbot eintreten.“

Bei nicht wenigen Jugendlichen - besonders Mädchen - gehört heutzutage eine gewisse Bräune zum guten Aussehen dazu, diese kommt auch aus dem Sonnenstudio. Eine häufige und zu intensive Nutzung von Sonnenstudios ist aber gesundheitlich nicht unbedenklich: erhöhtes Hautkrebsrisiko, vorzeitige Alterung der Haut, mögliche Augenschäden und unter Umsätnden behandlungsbedürftige Verbrennungen können die Folge sein. Die häufige Nutzung von Solarien durch Jugendliche ist besonders deshalb kritisch, weil Kinder und Jugendliche empfindlicher auf UV-Strahlung reagieren als Erwachsenen und übermäßige UV-Expositionen vermieden werden sollten.

Sonnenstudios unterliegen keiner gesetzlichen Überwachung. Für einen besseren Schutz vor den gesundheitlichen Risiken der künstlichen UV-Strahlung haben 2003 das Bundesamt für Strahlenschutz, die Strahlenschutzkommission, Betreiberverbände und medizinische Hautschutzinitiativen das Siegel „Zertifiziertes Solarium“ begründet. Es legt die Anforderungen fest unter anderem für Geräte, den Betrieb und die Beratung. Diese Initiative des sog. Runder Tisch Solarien (RTS) ist jedoch von der Branche kaum angenommen worden. In Hamburg sind – und dies auch erst seit kurzem – von etwa 100 Sonnenstudios lediglich vier zertifiziert. Auch bundesweit hat sich diese freiwillige Maßnahme zum Gesundheitsschutz nicht durchgesetzt.

Eine gesetzliche Regelung zu Sonnenbänken und insbesondere ein Verbot zur Nutzung für Kinder und Jugendliche Jahren wird aufgrund der wissenschaftlichen Studienergebnisse zur UV-Strahlung und der Hautkrebsentwicklung von den maßgeblichen internationalen und nationalen Institutionen dem Gesetzgeber empfohlen bzw. gefordert (zum Beispiel Weltgesundheitsorganisation WHO, International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection ICNIRP, Wissenschaftlicher Ausschuss „Konsumgüter“ der Europäischen Kommission EU-SCCP, European Society of Skin Cancer Prevention (Euroskin), Deutsche Krebshilfe, Strahlenschutzkommission SSK, Bundesamt für Strahlenschutz BfS).

Aktuell bereitet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Umweltgesetzbuch - Teil: Schutz vor nichtionisierender Strahlung - ein Nutzungsverbot von Sonnenstudios für Jugendliche unter 18 Jahren vor. In einer Durchführungsverordnung sollen Qualitätskriterien für den Betrieb von Sonnenstudios verbindlich verankert werden.

WANC 18.10.07

Von der Sucht, braun zu werden

Studie: Immer mehr Hautkrebs durch künstliches Bräunen

Jugendliche: Probleme mit dem eigenen Körper

 
Seite versenden  
Seite drucken