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Fotos von Melonorge: vorher - nachher
Braun zu sein bedarf es wenig und wer braun ist, ist ein König. Fotos von Melonorge: vorher - nachher
Neu und gefährlich: die Bräunungsspritze

Vornehmlich im Internet wird mit einem Stoff gehandelt, der schnell und sicher braun macht. Dabei handelt es sich um ein Hormon, das unter die Haut gespritzt, die begehrte Hautfärbung hervorruft. Doch die Behörden warnen: Das Mittel ist nicht zugelassen, mögiche Nebenwirkungen  noch nicht erforscht.

Braune Haut – für viele ist das der Inbegriff von Schönheit, Attraktivität, Erfolg, Jugend und Spass. Dafür präsentieren Millionen Menschen ihre sensible Haut stundenlang den aggressiven Sonnenstrahlen oder spannen sich in engen Kabinen unter künstliche Lichtquellen. Die Gefahren, die sie ihre Gesundheit damit aussetzen, sind oft unbekannt oder werden wissentlich ignoriert.

Doch nach Solarium und Bräunungscremes kommt jetzt die ultimative Bräunungshilfe: die Bräunungsinjektion. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff namens Afamelanotid. Das ist ein Hormon, das in der Haut freigesetzt wird, wenn diese der Sonne ausgesetzt ist. Das Hormon sorgt dafür, dass die Produktion von Melanin auf Touren kommt. Und Melanin ist für die Bräunung der Haut zum Schutz vor der Sonne verantwortlich.

Das Produkt wird unter dem Namen Melanotan vertrieben. Hersteller ist die australische Firma Clinuvel. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblattes wird das Mittel unter die gespritzt und nach wenigen Tagen setzt die Bräunung ein, die für ein bis zwei Monate anhalten soll. Der Hersteller soll derzeit ein Implantat testen, das den Wirkstoff kontinuierlich freisetzt. Dieses soll Patienten mit polymorpher Lichtdermatose (PLD) helfen. Bei dieser Erkrankung reagiert die Haut auf intensivere Sonnestrahlen mit Plaques und Papulo-Vesikeln (Pusteln, Bläschen) bis hin zu Bullae (größere Blasen).

Doch der Stoff, der die Bräune verspricht, hat so seine Probleme. Das Deutsche Ärzteblatt warnt, dass neben den nicht vorhersehbaren Folgen für die Gesundheit vor allem auf die Infektionsrisiken der subkutanen Injektion hingewiesen wird. Außerdem müsse der Wirkstoff vor der Injektion in Wasser verdünnt werden, und es bestehe die nicht ganz unbegründete Befürchtung, dass dies nicht allen Anwendern unter sterilen Bedingungen gelinge, ganz abgesehen vom HIV- und Hepatitis-C-Risiko beim Needle-Sharing.



Auf das größte Problem weist aber die britische Arzneibehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHPR) hin. Denn Melanotan ist bisher nicht zugelassen. Der Verkauf ist somit illegal. Betont die MHPR: „Melanotan ist bisher nicht auf Sicherheit, Qualität oder Effektivität getestet worden. Aus diesem Grund sind auch mögliche Nebenwirkungen und ihre Gefahren nicht bekannt.“

Dennoch: Das Mittel – auch als Barbie Droge bezeichnet - wird bereits im Internet gehandelt. Und gekauft. Die Verbraucher scheinen wenig Hemmungen zu haben, sich die begehrte Bräune auf diese Weise zu besorgen, selbst wenn die damit verbundenen Gefahren völlig im Dunkeln liegen.

Warnt David Carter, Chef der MHPR: „Wir appellieren an die Menschen, das Produkt nicht zu benutzen. Die Nebenwirkungen könnten erheblich sein.“
 
WANC 18.11.08/ Quelle: Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA), Deutsches Ärzteblatt

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