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In Deutschland häufig beim Ekzem eingesetzte Cremes oder Salben stehen seit längerem im Verdacht, selbst ein Ekzem auszulösen
Ekzeme: Vorsicht vor Salben, die selbst Ekzeme auslösen

Dermatologen warnen vor dem Einsatz von Cremes und Salben mit dem Wirkstoff Bufexamac bei der Behandlung von Exkzemen. Diese Mittel können die Haut reizen und selbst Ekzeme auslösen.

In Deutschland häufig beim Ekzem eingesetzte Cremes oder Salben stehen seit längerem im Verdacht, selbst ein Ekzem auszulösen. Sie enthalten den Wirkstoff Bufexamac. Einst als Ersatz für Kortison gepriesen, wirkt er in Wirklichkeit häufig als so genanntes Kontaktallergen. Das sind Substanzen, welche die Haut reizen und dadurch eine allergische Reaktion auslösen.

Bisher galten solche Reaktionen bei Bufexamac als selten. Der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, die solche unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) sammelt, um die Ärzte zu warnen, werden pro Jahr nur fünf Fälle gemeldet.

Viele Allergologen sind in den letzten Jahren jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass die Reaktionen sehr viel häufiger sind. Der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK), zu dem sich 40 Hautkliniken in Deutschland zusammengeschlossen haben, hat deshalb seine Mitglieder gebeten, den Wirkstoff Bufexamac in seine Standard-Allergietests aufzunehmen.

Der Leiter des IVDK, Professor Axel Schnuch von der Universität Göttingen, schreibt in der "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift", dass sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet hätten: 1,4 Prozent aller getesteten Personen, meistens Patienten mit Verdacht auf allergische Reaktionen, reagierten positiv im Hauttest (Epikutantest).

Dies bedeutet, dass es in Deutschland etwa 6000 Menschen gibt, bei denen jedes Jahr eine Bufexamac-Allergie neu festgestellt wird. Die Zahl der Menschen mit einer Allergiebereitschaft (Sensibilisierung) schätzt Schnuch wesentlich höher ein: "Nach unseren Modellberechnungen könnten 184.000 Menschen in Deutschland betroffen sein. Das wären 0,2 Prozent der Bevölkerung".

Am stärksten gefährdet sind Menschen mit Ekzemen im Analbereich oder an den Beinen sowie Kinder mit Neurodermitis (Atopische Dermatitis). Diesen Patienten rät Schnuch von der Anwendung ab. Doch auch für alle anderen sieht der Ekzemexperte eine "ungünstige Nutzen-Risiko-Relation".

Die Wirkung von Bufexamac sei schlecht belegt und möglicherweise nicht besser als Placebo (Scheinmedikament). Im schlimmsten Fall würden die Patienten ein durch Bufexamac ausgelöstes Ekzem mit Bufexamac behandeln. Schnuch: "Es besteht die Gefahr, dass das Leiden der betroffenen Patienten, und im Fall der Atopischen Dermatitis auch der Angehörigen, unnötig verlängert wird."

WANC 22.12.05

Häufigste Berufs- krankheit: Erkran- kungen der Haut

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Allergie im Klartext

 
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