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Piercen des oberen Ohrknorpels birgt ein größeres Entzündungsrisiko als im Ohrläppchen
Vorsicht beim Körperschmuck: Infektionsrisiko durch Piercen

Das Piercen des oberen Ohrknorpels birgt ein größeres Entzündungsrisiko als im Ohrläppchen. Es können eitrige Wunden entstehen. Die Gesundheitsbehörden von Oregon (USA) untersuchten 118 Personen, die in einer Schmuckboutique gepierct worden waren. Es wurde festgestellt, dass das Piercen im oberen Ohrknorpel mit einer höheren Infektionsgefahr verbunden ist als am Ohrläppchen.

In sieben Fällen wurde eine Infektion mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen, ein in Boden und Wasser weit verbreiteter Erreger von Wundinfektionen. Betroffene waren Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren. In 18 weiteren Fällen bestand der Verdacht einer Infektion. Viele der Kinder und Jugendlichen waren vor der Untersuchung mit einem ungeeigneten Antibiotikum behandelt worden. Vier Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. In vier Fällen musste ein Schnitt gemacht und eine Drainage gelegt werden, damit der Eiter abfließen konnte. Einige der jungen Patienten behielten eine kosmetische Entstellung zurück.

Außerdem hatten Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde Proben in der Schmuckboutique genommen. Das Ergebnis: Die Krankheitserreger fanden sich auch in einer Desinfektionsflasche und einem Waschbecken.

Die Betreiber von Piercing-Studios haben in der Regel keine medizinische Ausbildung. Für das Eröffnen eines Piercing-Studios reicht ein Gewerbeschein. Neben verschiedenen gesundheitlichen Risiken besteht beim Piercen fast immer ein großes Infektionsrisiko - auch an allen anderen Stellen des Körpers. Die Gefahr von Entzündungen lässt sich zumindest durch gewissenhafte Pflege der gepiercten Stelle vermindern. Infektionen mit dem Hepatitis-B- oder -C-Virus können so aber nicht vermieden werden. Hier muss man sichergehen, dass die verwendeten Geräte tatsächlich steril sind. Außerdem muss der Piercer den Kunden umfassend aufklären, auch über Risiken. Bei der Wahl des Piercing-Studios sollte daher immer besonders auf die Hygiene dort geschaut werden.

Achten Sie dabei vor allem auf folgende Punkte:

  • Der Behandlungsraum, in dem der Eingriff durchgeführt wird, sollte möglichst gefliest und durch Türen abgetrennt sein, damit eine Desinfektion möglich ist.
  • Ein Waschbecken sollte nicht im Behandlungsraum sein. Wenn ein Waschbecken vorhanden ist, muss es weit von der Behandlungsliege entfernt sein, um eine Infektion durch Spritzwasser zu vermeiden.
  • Der Hautbereich, der gepierct werden soll, muss weitreichend desinfiziert werden.
  • Der Piercer muss sich die Hände desinfizieren und sterile Handschuhe tragen.
  • Die benötigten Instrumente und Schmuckstücke müssen steril verpackt sein.
  • Bei Minderjährigen muss der Piercer die Einverständniserklärung der Eltern einholen. Erfolgt dies nicht, erfüllt das Piercen den Straftatsbestand der Körperverletzung.

WANC 30.04.04/dgk

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