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Naturkosmetika: Öko Test entlarvt Etikettenschwindel

Öko ist in. Und zwar nicht nur beim Kauf von Lebensmitteln. Zunehmend verwenden Verbraucher auch grüne Pflegemittel und Kosmetika. Ein Trend, den die Hersteller konventioneller – also überwiegend auf chemischer Basis hergestellter – Produkte erkannt haben und auszunutzen versuchen. Unter dem Siegel von Pflanzenpower, Natur, Natürlichkeit, Gesundheit und Nachhaltigkeit werden Produkte auf den Markt geworfen, die dem Verbraucher Sand in die Augen streuen. Wie Öko Test jetzt aufdeckt, sind in den meisten Naturkosmetika natürliche Inhaltsstoffe Mangelware.
 
Verbraucher, die denken, dass sie bei sogenannter Pflanzenkosmetik und „Natur“-Produkten auch Natürliches bekommen, irren sich. Denn in diesen steckt nur eine Minidosis Natur. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat bei 34 Kosmetika mit „grünem Anstrich“ die Liste der Inhaltsstoffe durchforstet. So sind etwa bei der Biotherm Multi Recharge Ginseng-Gesichtspflege 28 der 59 enthaltenen Stoffe rein chemisch, darunter Fette auf Erdölbasis und künstliche Farbstoffe. Von dem Ginseng-Extrakt, der immerhin im Namen des Produktes hervorgehoben wird, steckt dagegen nur 1% oder sogar weniger in der Creme. Ähnlich ist die Situation in der Palmolive Naturals Olive & Feuchtigkeitsmilch Cremedusche von Colgate-Palmolive „mit Inhaltsstoffen 100% natürlichen Ursprungs“: Hier sind der Oliven- und Aloe-Vera-Extrakt auch nur in minimalen Mengen enthalten.
 
Die Pseudo-Naturkosmetik - ob Cremes, Lotionen, Shampoos, Duschgel oder Haarfärbemittel - enthalten zwischen 15 und 60 Prozent chemische oder künstliches Beiwerk. Darunter befindet sich auch teilweise Umstrittenes oder sogar bedenkliche Zutaten, wie beispielsweise Konservierer die laut Öko Test krebsverdächtiges Formaldehyd abgeben können, und PEG/PEG-Derivate, die in echter Naturkosmetik nicht erlaubt sind. Wer auf Naturkosmetik Wert legt, die den Namen auch verdient, sollte dem Verbrauchermagazin zur Folge nur Produkte mit dem Gütesiegel „kontrollierte Naturkosmetik“ von Ecocert oder Natrue verwenden.
 
Berliner Ärzteblatt 01.08.2011/ Quelle: Öko Test, Heft August 2011
 
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