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Der Mensch braucht Sonne, aber wie viel entscheiden Hauttyp, Jahreszeit und Ort
Sonne: "Zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig"

Sonne kann gefährlich sein, besonders wenn man sich ihr unvernünftig lange aussetzt. Doch Sonne kann auch Krankheiten vorbeugen oder heilen, denn sie regt die Produktion von lebenswichtigem Vitamin D an. Wie bei vielen Dingen entscheidet die richtige Dosis. 

Warnungen vor den Gefahren der Sonne treiben viele Menschen dazu, sich unter langärmeligen Oberteilen, Hüten und hinter Sonnenbrillen zu verstecken sowie die unbedeckte Haut mit Sonnencreme einzucremen. Diese Verhaltensweise hat zur Folge, dass die vom Menschen zur Vitamin-D-Produktion benötigte Sonne abgeblockt wird. Auch andere gesundheitliche Vorteile des Sonnenlichts bleiben auf diese Weise ungenutzt. Ein Fehler, wie der amerikanische Wissenschaftler Ph.D., M.D. Michael J. Holick erklärt ("Schützendes Sonnelicht", Haug Sachbuch, Stuttgart. 2005).

"Die UVB-Strahlen im Sonnenlicht sind ein wesentlicher Gesundheitsfaktor. Die Annahme, wir müssten uns ständig vor der Sonne schützen ist missverständlich und ungesund", informiert der Professor für Medizin, Physiologie und Biophysik an der Universität Boston. Die Sonnenphobie erkläre, warum so viele Menschen unter Erkrankungen leiden, die mit Sonnenmangel zusammenhängen.

"Es ist vollkommen ungesund, das Sonnenlicht völlig zu meiden. Das Prinzip der richtigen Dosis gilt auch hier: zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig", informiert er. Eine 1997 von Holick in Boston durchgeführte Studie zeigte, dass 42 Prozent der untersuchten Personen an einem Vitamin-D-Mangel litten. Der Arzt geht davon aus, dass in den Vereinigten Staaten und weiten Teilen der westlichen Welt ein Vitamin-D-Mangel von epidemischen Ausmaß herrsche.

Zurückzuführen ist das nach Ansicht von Holick darauf, dass viele Menschen aus Angst vor Hautkrebs und Falten das Sonnenlicht meiden. Aber gerade die Sonne liefert unserem Körper den Kraftstoff zur Produktion von Vitamin D. Dieses Vitamin wirkt bei der Differenzierung der Knochen-Stammzellen, bei der Regelung des Kalzium-Haushalts und beim Stoffwechsel der Minerale Kalzium und Phosphat mit, die beim Aufbau der Knochen eine Rolle spielen.

"Auch auf Bluthochdruck hat das Sonnenlicht einen eindrucksvollen Effekt. Menschen, die ausreichend Zeit in der Sonne verbringen, erleben einen Blutdruck senkenden Effekt, der mit der Wirkung Blutdruck senkender Medikamente vergleichbar ist", erklärt Holick. Weitere Vorteile des Sonnenlichts für die menschliche Gesundheit seien unter anderem eine bessere psychische Gesundheit oder ein günstigerer Verlauf von Hautkrankheiten.

Holick empfiehlt, sich je nach Hauttyp, Jahreszeit und geographischer Breite zwischen einer Minute und 1,5 Stunden dem Sonnenlicht auszusetzen. Dreimal in der Woche solle man für diesen Zeitraum Gesicht, Hände und Unterarme sonnen. Holick rät, in dieser Zeit kein Sonnenschutzmittel zu benutzen. "Sonnenschutzmittel hindert den Körper fast vollständig daran, aus dem Sonnenlicht Vitamin D zu produzieren. Ein Lichtschutzfaktor 8 reduziert die Produktion um 97,5 Prozent und ein Lichtschutzfaktor 15 um 99,5 Prozent", informiert Holick. Nach dieser Zeit solle man allerdings Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 auftragen, um die Zeit im Freien ohne mögliche schädliche Wirkung genießen zu können.

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