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E-Zigaretten: Offizielle Warnung

Ob E-Zigaretten die gesündere Rauchalternative sind, darüber wird hitzig diskutiert. Einige argumentieren, dass das Schadstoff-Niveau einer E-Zigarette deutlich unter dem einer Tabakzigarette liegt. Das heißt aber auch: Der Dampf der E-Zigarette ist keineswegs völlig harmlos. Nun wird von höchster offizieller Stelle im Gesundheitswesen der USA ein Report veröffentlicht, der den Gebrauch von E-Zigaretten als "Gefahr" bezeichnet.

Diese höchste offizielle Stelle nennt sich Surgeon General of the United States und heißt laut Wikipedia in deutsch so viel wie Sanitätsinspekteur der Vereinigten Staaten. Er ist so etwas wie eine oberste moralische Instanz  "die zu allen Angelegenheiten des öffentlichen Gesundheitsdienstes gegenüber der Regierung der Vereinigten Staaten Stellung nimmt". Der jetzt veröffentlichte Bericht warnt, dass allein in den USA im Jahr 2015 einer von sechs Jugendlichen E-Zigaretten raucht. Und mehr als 25% hätten die E-Zigaretten bereits probiert. Bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren haben sich das Rauchen von E-Zigaretten mehr als verdoppelt (von 2013 auf 2014). Der Anteil dieser Altersgruppe, die hInnerhalb der letzten 30 Tage E-Zigaretten geraucht hatten, ist von 2014 auf 2015 von 13,6% auf 16% angewachsen. 

Außerdem bestehe ein besorgniserregender Zusammenhang zwischen dem Rauchen von E-Zigaretten und Tabakerzeugnissen. 60% der Zigarettenraucher würden auch E-Zigaretten nutzen. Und Untersuchungen hätten heraus gefunden, dass diejenigen, die E-Zigaretten rauchten, auch sehr wahrscheinlich zu anderen Tabakprodukten wie Zigaretten greifen würden. 

Der Report berichtet auch, dass viele E-Zigaretten Nikotin enthalten. Und ob das Nikotin aus Tabak- oder E-Zigaretten stamme, würde gleicher Maßen die Suchtgefahr in den Gehirnen der jungen Menschen auch für andere Drogen steigern. Außerdem sind laut der Untersuchung die von den Liquids erzeugten Aersole nicht harmlos. Neben Nikotin finden sich darin Lösungsmittel, Aromastoffe und Giftstoffe. Der Report kommentiert das so: "Der Rauch kann Bestandteile enthalten, die unserer Gesundheit gefährlich werden können." Als Beispiel wird Diacetyl angeführt. Diese chemische Verbindung könne der Lunge ernsthaften Schaden zufügen. Und Benzol, das z.B. die Klopffestigkeit von Benzin erhöhen soll, dessen Dämpfe als giftig gelten und denen karzinogene Wirkungen beigemessen werden. 

Als gesundheitliche Gefahren durch E-Zigaretten führt der Report das häufigere Erkranken an an der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung an. Außerdem würden jugendliche Raucher mehr zu Angststörungen und Depressionen neigen. Studien legen nahe, dass E-Zigaretten zu Atemwegseinengungen, Entzündungsvorgängen in den Bronchien, Reizungen in Rachen und Mundraum sowie trockenem Husten führen. Außerdem bleibe das Risiko für Herzinfarkt und Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen bestehen. 

Der Report gibt deshalb die Empfehlung, Verkauf und Gebrauch von E-Zigaretten zu regulieren, eine Mindestalter für die Nutzung vorzuschreiben, das Marketing für E-Zigaretten zu kontrollieren und die wissenschaftliche Forschung zu E-Zigaretten zu intensivieren. Vor allem Jugendliche sollten vor den Gefahren des Rauchens und des E-Zigarretten-Konsums gewarnt werden.

12.12.2016/ Quelle: U.S. Department of Health and Human Services. E-Cigarette Use Among Youth and Young Adults: A Report of the Surgeon General—Executive Summary. Atlanta, GA: U.S. Department of Health and Human Services, Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Chronic Disease Prevention and Health Promotion, Office on Smoking and Health, 2016.

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