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Helfen Wearables bei der Gewichtsabnahme?

Wer sich über die Gesundheit der Zukunft Gedanken macht, der macht sich auch über sogenannte Wearables Gedanken. Wearables, das sind Fitnessarmbänder, Smartwatches, auf dem Smartphone verwendete Gesundheits-Apps oder in Textilien eingearbeitete Überwachungsgeräte, die unsere Ernährung, Bewegung und Körperwerte messen und die so gewonnen Daten weiterleiten und aufarbeiten und daraus Handlungsvorschläge ableiten. Wearables sollen helfen, besser mit Gesundheit oder Krankheit zurecht zu kommen. Eine Studie hat jetzt untersucht, ob dieser Ansatz beim Abnehmen hilfreich sein kann.

Wearbles können schon einiges. Und das geht weit über das Zählen von Schritten hinaus. So zeichnen sie z.B. die Qualität des Schlafes auf, messen die Körpertemperatur und überwachen Herz und Kreislauf. Mediziner der Universitäten von Pittsburgh und Washington haben nun nachgeprüft, ob Wearables, die die körperliche Bewegung sowie die Ernährung überwachen, bei Maßnahmen zum Verlust von Körpergewicht, etwas bringen.

Dazu wurden 430 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, drei Viertel Frauen und mit einem BMI (Body Mass Index) zwischen 25 (Normalgewicht) und über 40 (Adipositas = Fettsucht) über einen Zeitraum von 24 Monaten mit einem Abnehmeprogramm behandelt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer unterzog sich einer kaloriereduzierten Abnehmediät sowie einem vom Arzt verschriebenen Trainingsprogramm zur Erhöhung der körperlichen Bewegung. Die andere Hälfte tat genau das auch, trug aber zusätzlich ein Wearable zur direkten Selbstkontrolle und erhielt über eine Internetseite Auswertungen sowie Hinweise, Tipps und die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Nach Ablauf der zwei Jahre stellten die Mediziner fest, dass sich in beiden Gruppen die Fettverteilung im Körper, die körperliche Fitness, der Umfang der Bewegung sowie die Ernährung wesentlich verbessert hatten. Allerdings hatten die Mitglieder der Gruppe mit dem Abnehmprogramm ohne Einsatz Wearables im Durchschnitt 5,9 (zwischen 5 und 6,8) kg abgenommen, in der von Wearable-Technologie begleiteten Gruppe aber nur 3,5 (zhwischen 2,6 und 4,5) kg.

Aus diesen Ergebnissen schließen die Mediziner, dass Wearables beim Gewichtsverlust keine Vorteile bringen. Damit bestätigt sich der Eindruck, das die Vesprechungen der Anbieter von Wearables sich im praktischen Nutzen derzeit noch nicht erfüllen. Auch wenn fast überall immer wieder die Potentiale und der Nutzen der Geräte gelobt und beschworen werden, ist vieles noch mit einem "könnte" versehen. Was bedeutet, dass man sich Einsatz und Vorteile durchaus vorstellen kann, aber ein wirklicher Beweis des tatsächlichen Nutzenz einfach noch nicht erbracht wurde. Dennoch lässt sich erwarten, dass mit einer voranschreitenden Verbesserung der Technologie - vor allem der von Sensoren - das Einsatzfeld breiter und die Vorteile greifbarer und berechenbarer werden.

27.12.2016/ Quelle: JAMA

 
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