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Ob E-Zigaretten wirklich die gesündere Alternative sind, das ist sehr umstritten und wohl eher fragwürdig (Foto: Dirk Kruse/ pixelio.de)
Ob E-Zigaretten wirklich die gesündere Alternative sind, das ist sehr umstritten und wohl eher fragwürdig (Foto: Dirk Kruse/ pixelio.de)
WHO fordert Beschränkungen für E-Zigaretten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen Bericht zu E-Zigaretten (Electronic nicotine delivery systems - ENDS) vorgelegt. Darin formuliert sie Bedenken über die gesundheitliche Unbedenklichkeit an dieser gesunden Form des Rauchens, wie es gerne von den Herstellern dargestellt wird. Die WHO kritisiert, dass es  keine ausreichende wissenschaftlichen Untersuchungen über die E-Zigarette gibt und empfiehlt, die Werbung für E-Zigaretten stark einzuschränken und das Rauchen von E-Zigaretten in geschlossenen Räumen zu verbieten.

Die WHO hat fest gestellt, dass viele der E-Zigaretten, die ja eigentlich Verdampfer von Lösungen sind, Nikotin enthalten. Die Organisation befürchtet, dass mit dem Gebrauch die Gefahr der Nikotinvergiftung zunimmt. Tatsächlich unterstützen Berichte aus England und den USA diese Befürchtung, denn mit dem vermehrten Verkauf von E-Zigaretten habe sich die Zahl der Nikotinvergiftung "substantiell" erhöht.

Außerdem enthalten verschiedene Lösungen, die verdampft werden, chemische Stoffe, die menschliche Zellen schädigen können (Zytotoxizität).  Nicht geklärt ist, ob die Aerosole krebserregende Stoffe enthalten. In manchen der von der WHO erfassten Marken, wurden jedenfalls derartige Stoffe - wie Formaldehyde und Acrolein - gefunden und zwar in Konzentrationen, die herkömmlichen Zigaretten in nichts nachstehen.

Die WHO berichtet, dass die E-Zigaretten eine vergleichbare Bandbreite der Größe von Partikeln liefere wie normale Glimmstängel auch, wobei insbesondere die feinsten Partikel überwiegen würden. Allerdings sei die Menge der ausgestoßenen Partikel geringer.

Die WHO kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass E-Zigaretten - nicht wie versprochen und in der Werbung groß verkündet - mehr oder weniger nur Wasserdampf erzeugen. Deshalb fürchtet die Organisation, dass der Dampf von E-Zigaretten genauso schädlich für Schwangere, deren ungeborenen Kinder und Heranwachsende ist. Geklärt werden müsse, welchen Gesundheitsgefahren Passivraucher durch Nikotin und andere Gifte ausgesetzt sind.

In der Untersuchung werden Berichte aufgegriffen, dass E-Zigaretten-Rauchen wesentlich weniger gefährlich für den Raucher ist, weil E-Zigaretten wesentlich weniger giftige Stoffe enthalten als normale Zigaretten. Dazu sagt die WHO: Um wie viel das Risiko tatsächlich reduziert wird, ist nirgendwo belegt. Auch mit der Effektivität von E-Zigaretten beim Aufhören vom Rauchen bleibt die WHO vorsichtig. Es gebe zwar Hinweise, dass das eine Hilfe sein könnte, aber weil der Nachweis für die Effektivität fehle, könnten aus den vorliegenden Untersuchungen keine fundierten Schlüsse gezogen werden.

Die WHO empfiehlt aus all diesen Gründen, Gesundheitsaussagen im Zusammenhang mit E-Zigaretten zu verbieten, das Verbot des Rauchens in öffentlichen geschlossenen Räumen auf E-Zigaretten auszudehnen und die Werbung für E-Zigaretten streng zu reglementieren. Außerdem sollten die E-Zigaretten nur noch mit einer detaillierten Produkt- und Inhaltsbeschreibung verkauft werden und auf den Packungen auf mögliche Gesundheitsrisiken hingewiesen werden.

Berliner Ärzteblatt 28.08.2014/ Quelle: Electronic nicotine delivery systems, Report by WHO, FCTC/COP/6/10

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